Ki und Netflix

  • Ich habe immer bei uns im Filmklub gewittert gegen Mitglieder die Ki beim Kommentar eingesetzt haben bei ihre Videos.

    Man kann hier sehen wie weit das noch kommt wenn das so weiter geht; als Beispiel bei Netflix:


    Netflix plant den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Synchronisation und hat bereits konkrete Schritte unternommen, um Stimmen für KI-Systeme nutzbar zu machen. Dies hat zu einem massiven Konflikt mit der Synchronbranche geführt. ZDFheute +2


    "Hier sind die wichtigsten Entwicklungen:

    KI-Vertragsklauseln: Netflix hat neue Verträge eingeführt, die eine Klausel enthalten, nach der die Stimmen von Synchronsprechern zum Training von KI-Systemen genutzt werden dürfen. Dies soll es ermöglichen, Stimmen zu reproduzieren oder "digitale Klone" zu erstellen.


    Wirtschaftliche Motive: Ein Hauptgrund ist die Kostenersparnis. Während eine herkömmliche Synchronisation für Spielfilme pro Sprache zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar kosten kann, sind die Kosten für KI-gestützte Synchronisation (z. B. durch das Netflix-eigene System DeepSpeak) bereits auf unter 200 US-Dollar pro Episode gesunken.


    Widerstand der Sprecher: Seit Januar 2026 boykottieren rund 80 % der deutschen Synchronsprecher (darunter die Stimmen von Stars wie Tom Cruise und Hugh Grant) die Zusammenarbeit mit Netflix. Sie kritisieren, dass sie für das KI-Training keine zusätzliche Vergütung erhalten und fürchten, sich durch ihre eigenen "Klone" langfristig selbst zu ersetzen."

    Dirk PEL

  • Nun,


    sie würden nicht nur keine Vergütung für das KI-Trainig bekommen, sondern wohl auch nicht für die spätere Verwendung "ihrer" Stimme. Und es wäre ja auch möglich aus mehreren "gelernten" Stimmen dann eine "neue" Stimme zu erzeugen, auf die also niemand einen "Anspruch" erheben könnte.


    Auch in der Musikbranche wird mit KI-Stimmen zumindest experimentiert (KI-generierte Musikstücke gibt es schon länger).

    Z.B. enthält die im November erschienene Version 15 der Steinberg DAW Cubase ein "Omnicocal" PugIn von Yamaha (Mutterkonzern von Steinberg) welches aus vom User vorgegebenen Noten und Text dann "Gesang" erzeugt. Das bisher noch als "Beta-Version" bezeichnete Instrument stellt z.Zt. nur eine männliche und eine weibliche Stimme zur Verfügung. Es ist aber damit zu rechnen, dass dies dann über die Zeit noch "ausgebaut" wird.


    Es wird sich also wohl kaum noch aufhalten lassen, zumale da halt auch weltweit agierende Konzerne hinterstehen.



    Die eigentliche Problematik die ich dabei halt sehe ist - ähnlich wie bei KI-generierten Drehbüchern, Romanen, etc. -, dass hier Kreativität verlorengehen wird.



    Gruß

    Peter

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  • Bei der Synchronisation großer kommerzieller Spielfilme gebe ich dir 100 Prozent Recht, Dirk. Aber wie beim Aufstand der Weber vor 200 Jahren fürchte ich, es wird sich nicht aufhalten lassen.


    Es passiert ja auf breitem Feld. Juristen in Anwaltskanzleien werden durch KI ersetzt, mit Sicherheit werden bald KI Doktoren die Diagnose meiner Krankheiten stellen.


    Aber bei mir im kleinen Bereich der Amateure sehe ich nicht, warum ich mir nicht von der KI meine Videokommentare verbessern lassen soll. Da wird ja kein Job vernichtet.


    Grüße


    Berthold

  • Aber bei mir im kleinen Bereich der Amateure sehe ich nicht, warum ich mir nicht von der KI meine Videokommentare verbessern lassen soll. Da wird ja kein Job vernichtet.

    Wobei da halt die Frage wäre, ob das dann wirklich eine Verbesserung ist….


    Das Argument der Synchronsprecher ist ja eben auch, dass sie im Gegensatz zur KI individuell auf die Szene eingehen können.

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  • Das Problem mit Synchronsprecher gibt es in der Niederlande nicht weil da hast du die Wahl: Man versteht die Sprache oder kannst lesen denn hier ist alles mit Untertitel, was meistens kein Mensch stört.

    Wenigstens hat man, bis jetzt noch, die original Stimme der Schauspieler.

    Ob das so mit Ki so bleibt ist fraglich denn man ist schon dabei die original Aussprache des Schauspielers in eine gewünschte Sprache umzuwandeln.

    Man sollte auch bedenken das wenn man das Stimmprofiel mal hat der Synchronsprecher nach Hause gehen kann.

    Bei der BDFA ist man nicht so glücklich wenn ein Wettbewerbsfilm der Kommentar mit Ki erstellt ist denn gerade als Amateur sollte man es selber machen und nicht ein Ki Programm.



  • Also ich bin da voll & ganz bei den Synchronsprechern und der Synchronbranche. Ja, es gibt wertvollen Zugewinn beim Nutzen von künstlicher Intelligenz. Dieser wertvolle Zugewinn liegt aber nicht in der Kunst bzw. den künstlerischen Berufen, sondern eher in Technik oder Medizin und auch dort nicht als ersetzender, sondern allenfalls ergänzender Nutzen zusätzlich zur weiterhin realen, menschlichen Fachkraft. So kann die KI helfen bei der Diagnosefindung in der Medizin, diese aber nicht vollständig ersetzen und auf eigene Faust vornehmen - zumindest SOLLTE sie das nicht.


    In den künstlerischen Bereichen wie z.B. Schauspiel, Synchron, Musik, (malende) Kunst etc. hat KI nichts verloren. Ebenso bin ich froh und dankbar, dass wir in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern eine sehr professionelle und hochwertige Synchronkultur haben.


    Ich würde es abgrundtief hassen, eine Serie oder einen Film mit nervenden Untertiteln lesend verfolgen zu müssen, wie das in anderen Ländern Usus ist, weil deren Synchronbranche entweder grottenschlecht ist oder man sich einfach aus finanziellen Gründen keine gescheite Synchronbranche leisten kann. Wenn ich etwas anschaue, dann schaue ich. Wenn ich lesen will, les' ich ein Buch. Ich will mich bei einem Film oder einer Serie auf die Handlung und visuellen Darbietungen konzentrieren und nicht am unteren Bildschirmrand rumlesen müssen, nur um überhaupt dem Geschehen einigermaßen folgen zu können für den Fall, dass ich der Originalsprache nicht mächtig genug wäre.


    Von daher kann Netflix jetzt ruhig drohen damit, dass sie bei einem weiter fortwährenden Boykott der deutschen Synchronsprecher ihre Produktpalette einfach gar nicht mehr synchronisieren lassen und fortan nur noch deutsche Untertitel einfügen. Damit werden sie sich höchstwahrscheinlich gehörig in's eigene Fleisch schneiden. Keiner hat Lust auf Untertitel und dementsprechend wird dann auch Netflix's Absatz in Deutschland fallen.

  • Das ist, wie Sample-Konserve oder Orchester. Es geht schon viel, aber echt gespielt hat schon noch feine Unterschiede.


    Beim Sprechen gibt es auch flüstern, schreien, hauchen, Kopfstimme, Bauchstimme und das Wichtigste die Intonation, wie was gemischt wird.


    Eines muss man schon sagen: Was im Original für eine schlechte Verständlichkeit (live) in der Sprache ist, da kann man in der Syncho oft viel mehr verstehen. Den Luxus möchte ich nicht missen.

  • Eines muss man schon sagen: Was im Original für eine schlechte Verständlichkeit (live) in der Sprache ist, da kann man in der Syncho oft viel mehr verstehen. Den Luxus möchte ich nicht missen.

    Ich verwende auch hier in Deutschland die Untertitel sehr oft wenn ich z.B. ein Krimi sehen will und durch die sehr oft schlechte Abmischung nur die Hälfte verstehen kann.

    Die Untertitel die die öffentliche Sender ARD und ZDF machen sind grottenschlecht aber wenn man diese gleiche Sender in Amazon Prime anschaut sehr gut zu lesen. Amazon weiss besser wie man Untertitel erstellt.

    Mich stören Untertitel, wenn es gut gemacht wird, jedenfalls überhaupt nicht, ohne Untertitel ärgert es mich mehr wenn ich die Dialoge nicht verstehen kann, den der Film besteht immer aus Bild und Ton.

    Es liegt nicht an meine Anlage aber meistens an der slechte Tonmischung des Films.


    Aber ich verstehe das Problem in Deutschland gut denn ihr seit es gewöhnt das alles synchronisiert wird.

  • Die Original Atmo klingt für mich gewöhnungsbedürftig, da sie oft sehr dezent ist und nicht voll aufgedreht aus der Konserve. Die Mikros im Film sind halt weiter weg als in der Synchro und beim Foley.

    Die Folienkartoffel ist auch heißer als die Salzkartoffel in der Schüssel. 😂