San Sebastián - hinter der Postkarte

  • San Sebastián – der erste Film unserer Reise durch den Norden Spaniens


    Wir sind wochenlang durch den Norden Spaniens gereist – mit Bahn, Bus und Auto, immer entlang der wilden Atlantikküste, vom Baskenland über Kantabrien und Asturien bis nach Galicien - waren aber auch im Weingebiet Rioja.


    Den Anfang macht dieser Film über San Sebastián / Donostia.


    Kein „Best of", kein Reiseführer – ich habe versucht, hinter die Postkarte zu schauen: eine Bucht, die ihren Ruhm einem ärztlichen Rezept verdankt, einen Markt, den man in den Keller verbannt hat, und eine Stadt, die sich seit zweihundert Jahren immer wieder neu erfindet. Und über allem: der Regen, der sich am Ende als bester Reisebegleiter entpuppte.





    Kritik ist herzlich willkommen.


    Beste Grüße, Uli

  • Mir gefällt leider auf Anhieb die Teal und Orange Colorgrading nicht so, ist aber natürlich Geschmacksache. Habe noch keine Zeit gehabt mir das ganze Werk anzuschauen, der Anfang ist trotz schlechtem Wetter schon mal gut.

    :wink2: Theo Houben

  • Der Film gefällt mir sehr gut. Vor allem der Kommentarton aus dem Off ist hervorragend getextet und auch erstklassig gesprochen!


    Zwei kleine Punkte hätte ich als Verbesserung: mehr O-Töne bzw. Protagonisten - und Du machst ja einen Rundgang, da wäre es natürlich schön Dich ebenfalls als Protagonisten zu sehen....


    Ich weiß, beides im Rahmen einer Urlaubsreise wo ja das "live erleben" im Vordergrund steht nicht oder nur sehr sehr schwer realisierbar. Dann wird das ganze zur Drehreise und das ist ja nicht beabsichtigt im Rahmen eines Urlaubes.


    Solche Aufnahmen in Deinen Film eingestreut - bspw. einen lokalen Protagonisten der das Kongresszentrum zeigt - oder das zum Hotel umgebaute Kino. Oder beim Denkmal mit dem Trommler und den 24h trommeln - da Bilder von diesem Event - oder halt immer wieder Protagonisten die erzählen.... Dann wäre das ganze ein Film auf Niveau einer Fernsehreportage!


    Dein Film ist bereits das Gerüst dazu - insofern kann da nichts falsch sein an Deinem Film!

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  • Ich weiß, beides im Rahmen einer Urlaubsreise wo ja das "live erleben" im Vordergrund steht nicht oder nur sehr sehr schwer realisierbar. Dann wird das ganze zur Drehreise und das ist ja nicht beabsichtigt im Rahmen eines Urlaubes.


    Solche Aufnahmen in Deinen Film eingestreut - bspw. einen lokalen Protagonisten der das Kongresszentrum zeigt - oder das zum Hotel umgebaute Kino. (...) Dann wäre das ganze ein Film auf Niveau einer Fernsehreportage!

    Beim Stichwort "Drehreise" liegt der Hase im Pfeffer. Wir haben zwei Urlaubstage in San Sebastian verbracht und konnten keinerlei Gespräche oder gar Interviews vorbereiten.


    Deshalb übernehme ich als Sprecher die Position der Häuser (alte Bürgerpaläste gegen modernen Klotz), des Marktes (vom Prachtgebäude in den Keller verbannt) oder der durch Kriege gebeutelten Kirche.


    Die geben mir zwar keine Interviews, rennen aber auch nicht weg.


    Nebenbei, wir konnten trotz freundlicher Nachfrage nicht mal einen Blick ins Kongresszentrum werfen.


    Danke an alle für die Kommentare.


    Beste Grüße, Uli

  • Ich finde die Kommentarstimme gut und stimmig.


    Das Color Grading mag Geschmackssache sein - mir gefällt es zunächst deshalb, auch wie es konsequent durchgezogen worden ist. Allerdings kommt mir der Look auch fast zu intensiv rüber. Dieser LUT hebt die Farben halt stark ins Unnatürliche an - die Orangetöne können massiv intensiv rüber, und so Erinnerungsfarben wie das Meer sind schon sehr bewußt anders.

    Warum wurde dieser Look gewählt? Bewußte Entscheidung sicherlich, aber was soll der Look eigentlich unterstreichen? Mich würde die Denke dahinter interessieren.


    Den Anspruch, hinter die Postkarte zu schauen, dieser Anspruch wird für mich nicht erreicht. Da sind zu viele Aufnahmen der Häuser und Mauern aneinander geschnitten, die sind eine Weile interessant aber das ist Postkarte.


    Aber Mauern sind eben nur eine Weile interessant. Dann vermisse ich die intimen Details, die vor allem versprochen worden sind. Nach 4 Minuten verleitet das zum weiterscrollen. Ich verstehe aber, dass dies in 2 Tagen auch nicht machbar ist. Da müsste man länger vor Ort sein, Kontakt zu Menschen aufbauen, sie zu Wort kommen lassen. Wenn das nicht geht, was ich verstehe, warum es dann versprechen?

    Wo sind die Menschen? Sind es in den ersten 4 Minuten nur die Surfer? Die man sieht, die aber natürlich nicht zu Wort kommen? Das alte Problem unserer Reisefilme - Menschen nur als Beiwerk gezeigt, fast verstohlen aufgenommen, nur in er Halbtotalen, kaum eine Nahaufnahme, vermutlich weil zu problematisch wegen Persönlichkeitsrechten?


    Den Verweis auf das Trommlerfest - na, nur über eine Statue ist das eher schwach. Wenn das so stark angekündigt wird, aber dann nicht gezeigt werden kann (weil ihr da nicht vor Ort gewesen seid), dann hätte ich das nicht so stark herausgestellt - und dann noch durch den Kommentar unterstrichen.


    Am Markt wird es dann interessanter. Endlich Menschen etwas näher gezeigt. Stände. Etwas mehr vom Leben. Die Menschen die Dinge verkaufen - die können wohl nicht weg. Der Aufenthalt in dem kleinen Cafe kommt aus dieser Perpspektive der Menschen viel zu kurz, verglichen mit den Mauern. Und dann sofort ab wieder zur Kirche - etwas was wieder die Postkarte ist. Die Kulinarik kommt aber gut rüber.

    Fallweise finde ich die Schwenks über die Gebäude auch zu viel. Das wird aber unterbrochen von Detailaufnahmen.

    In Summe ist es ein gut und mit Liebe gemachter Reisefilm, aus dem man die Routine erkennt. Mit der Kamera. Beim Schnitt. Technisch sauber. Er zeigt nur leider auch genau die Probleme auf, die wir bekommen wenn wir so nebenbei filmen müssen/wollen. Wir springen eben doch nicht über die Grenzen, die dieses Format aus der Besuchslogik heraus hat. Leider.


    Lieben Gruß,
    Wolfgang


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  • ich habe versucht, hinter die Postkarte zu schauen

    Und das ist Dir denn auch gut gelungen, Uli! zusammen mit dem hervorragenden Kommentar ergibt sich ein Blick hinter die Kulissen von San Sebastián, der viele kleine Details offenbart. Ein bisschen irritierend fand ich die intensive Farbgebung vor allem am Anfang - die orangebraunen Häuser wirkten sehr farbintensiv, der Himmel teilweise sehr blau. Aber das mag auch der reinen Luft geschuldet sein.

    Jedenfalls hast Du eine schöne Geschichte aus Spaniens Norden erzählt.

    Beim Stichwort "Drehreise" liegt der Hase im Pfeffer. Wir haben zwei Urlaubstage in San Sebastian verbracht und konnten keinerlei Gespräche oder gar Interviews vorbereiten.

    Damit hast Du in genau der gleichen Falle gesessen, über die wir hier in anderem Zusammenhang (Vorbereitung und Durchführung derartiger Reisen) schon gesprochen hatten - und Du warst als Individualreisender in einer theoretisch noch günstigeren Ausgangslage als es Gruppenreisende üblicherweise sind ...


    Nebenbei: Wie oft in Spanien ist die Sauberkeit der Strände beeindruckend - man erkennt deutlich die Spuren der vermutlich auch hier täglichen Reinigung. Da könnte sich manch anderes (europäische) Land mal ein Vorbild dran nehmen!

  • Ich fand den Film eine Runde Sache. Ruhig erzählt, informativ und schöne Bilder.

    Zu dem Trommeltag hätte vielleicht tonmäßig so eine Tonsequenz von vielen Trommeln gepasst, um etwas den Eindruck zu erwecken, wenn es keine Bilder dazu gibt. Das hätte dann auch das Motiv des Soldaten mit der Wasserträgerin etwas belebt. Die Farbstimmung ist intensiv, aber ich finde sie nicht schlecht. Erinnert so ein bisschen an die Bierwerbung mit dem total golden beleuchteten Gebäude. Schon toll gemacht.

  • Beim Stichwort "Drehreise" liegt der Hase im Pfeffer. Wir haben zwei Urlaubstage in San Sebastian verbracht und konnten keinerlei Gespräche oder gar Interviews vorbereiten.

    Genau das ist ja das Problem vieler Urlaubsfilme.


    Man ist i.d.R. immer nur eine begrenzte Zeit vor Ort, meist von wenigen Stunden bis hin zu wenigen Tagen. Und von zu Hause aus lässt sich nur begrenzt vor Ort recherchieren.


    Somit sind eventuelle lokale Protagonisten eher Zufallstreffer und ein echter Glücksfall. Die Grenzen sind also sozusagen fix gesetzt.


    Anders mag es aussehen wenn man mehrere Wochen irgendwo vor Ort ist, vielleicht auf einem Campingplatz oder in einer FeWo und dann etwas Zeit hat seine "Fühler" auszustrecken und voer Ort zu recherchieren. Hier muss aber auch die Reisebegleitung mitspielen und das ganze in die Reiseplanung passen. Geht auch nicht immer.


    Insofern muss man mit dem Leben was eben geht. Und da ist Dein Film schon wirklich gut gelungen.


    Wo sind die Menschen? Sind es in den ersten 4 Minuten nur die Surfer? Die man sieht, die aber natürlich nicht zu Wort kommen? Das alte Problem unserer Reisefilme - Menschen nur als Beiwerk gezeigt, fast verstohlen aufgenommen, nur in er Halbtotalen, kaum eine Nahaufnahme, vermutlich weil zu problematisch wegen Persönlichkeitsrechten?


    Das ist durchaus ein großes Problem.


    Gerade im Ausland möchte man kein Aufsehen erregen und ggfs. Probleme mit der Polizei oder anderen Ordnungsbehörden bekommen weil sich jemand aufregt das er gefilmt worden ist.


    Wobei meine Erfahrung im Ausland meist positiv ist, viele Menschen sind da deutlich entspannter was Aufnahmen angeht wie die verbissenen deutschen Mitbürger.

    Wenn ein großer Fernsehsender Menschen in Halbnah- oder Nahaufnahme zeigt und einer dieser Menschen sich gegen die Aufnahmen "wehrt" dann hat der Fernsehsender i.d.R. eine große Rechtsabteilung welche da dann entsprechend reagiert.


    Zudem geht man davon aus das Dreharbeiten fürs Fernsehen i.d.R. erkenntlich sind - und wenn jemand nicht aufgenommen werden will er sich halt entsprechend verhalten muss - sprich wenn jemand fröhlich in die TV-Kamera lächelt dann darf er sich auch später nicht anders entscheiden....


    Wir als Filmamateure (oder auch kleinere Produktionsfirmen...) haben eben keine Rechtsabteilung, da kann so was schon problematisch werden und wer will wegen eines Urlaubsvideos einen Rechtsstreit riskieren?


    Abgesehen davon, wo kein Kläger da kein Richter, sprich es muss erst mal dazu kommen das sich jemand gegen Aufnahmen wehrt...

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  • Sehr schöne, mal etwas andere Reisedokumentation Uli. Hat mir sehr gut gefallen, v.a. Dein selbst gesprochener Kommentar ist mega.

    Der orange teal look ist ok aus meiner Sicht.

    Mit welcher Kamera warst Du eigentlich am Start?


    schöne Grüße

    Christian

  • Warum wurde dieser Look gewählt? Bewußte Entscheidung sicherlich, aber was soll der Look eigentlich unterstreichen? Mich würde die Denke dahinter interessieren.

    Bei der Farbabstimmung habe ich mich an dem Negativfilm Kodak 5203 Vision orientiert. Ich mag die Farbgebung, was halt ein persönliche Entscheidung ist.


    Ein bisschen irritierend fand ich die intensive Farbgebung vor allem am Anfang - die orangebraunen Häuser wirkten sehr farbintensiv, der Himmel teilweise sehr blau.

    Ich habe mir das Video mittlerweile auf anderen Bildschirmen angeschaut. Wobei auf den Handybildschirmen durchaus gut ankommt, worauf es meist gesehen wird. Werde die Farbgebung zurückdrehen.


    Da sind zu viele Aufnahmen der Häuser und Mauern aneinander geschnitten, die sind eine Weile interessant aber das ist Postkarte.

    Tja, wir sind Architekturfans und schauen uns gerne und bewusst die jeweilige Architektur an. Dann habe ich das nicht gut rübergebracht.


    Damit hast Du in genau der gleichen Falle gesessen, über die wir hier in anderem Zusammenhang (Vorbereitung und Durchführung derartiger Reisen) schon gesprochen hatten - und Du warst als Individualreisender in einer theoretisch noch günstigeren Ausgangslage als es Gruppenreisende üblicherweise sind .

    Hm, ich meine, ich saß in einer anderen Falle, der Vorbereitung.


    Wir hatten uns sehr gut vorbereitet. Und doch sind uns viele mögliche Szenen durch die Lappen gegangen.


    Einmal, weil wir halt auch Urlaub machten und unsere eigenen Vorbereitungen vor Ort nicht genau genug gefolgt sind. Zum anderen, weil die Recherche nicht tief genug ging.


    Das wird niemand gerne lesen: Die Vorbereitung entscheidet über den Film.


    Nebenbei: Wie oft in Spanien ist die Sauberkeit der Strände beeindruckend

    Das ist uns auch aufgefallen. Ich sagte unterwegs in Oviedo augenzwinkernd zu meiner Frau, die Spanier sind bei der Sauberkeit die besseren Deutschen.


    tonmäßig so eine Tonsequenz von vielen Trommeln gepasst,

    Ja, das habe ich vermasselt.


    Somit sind eventuelle lokale Protagonisten eher Zufallstreffer und ein echter Glücksfall. Die Grenzen sind also sozusagen fix gesetzt.

    Egal wo ich war: Wenn man konstant in seinen Filmen mit Menschen vor der Kamera sprechen will, dann muss man das lange vorher absprechen.


    Und, ob die dann vor der Kanera gut erzählen, ist die weitere große Unsicherheit. Nicht umsonst verbringen Filmer sehr viel Zeit damit, sich ihre Protagonisten (hier Interviewpartner) genau auszusuchen.


    Sehr schöne, mal etwas andere Reisedokumentation Uli

    Danke, da bin ich noch am üben.


    Mit welcher Kamera warst Du eigentlich am Start?

    iPhone 17 Pro Max.



    Und, herzlichen Dank für eure Kommentare.


    Beste Grüße, Uli

  • Wobei meine Erfahrung im Ausland meist positiv ist, viele Menschen sind da deutlich entspannter was Aufnahmen angeht wie die verbissenen deutschen Mitbürger.

    Volle Zustimmung! Insbesondere in Asien sind viele sogar begeistert, wenn sie gefilmt werden. Das kann dann allerdings auch stören, wenn sie partout nicht mehr aus dem Bild gehen wollen. :pfeifen:

  • Rundum ein schöner Film. Toll geschnitten, gut kommentiert. Kurzweilig.


    Die Kritikpunkte- auf hohem Niveau- sind ja schon genannt. Vielleicht zu bunt, vielleicht mehr Menschen zeigen. Die zweite Hälfte gefiel mir besser als die erste.


    Danke fürs Zeigen, Uli