Rioja - Die Region, die jeder kennt – und niemand gesehen hat

  • Auf unserer Nordspanien Tour sind wir durch die Weinregion Rioja gereist. Viele wissen, dass von dort gute Weine kommen. Aber, wo sie genau liegt und was es dort neben Wein noch zu erleben gibt, ist meist ein Rätsel.


    Auch für mich waren die fünf Buchstaben Rioja nur der Name auf einem Wein-Etikett.


    Doch dann stand ich in einer Kathedrale, in der seit 600 Jahren ein Hahn und eine Henne leben. Draussen zogen Widder vorbei, die ein König vor 900 Jahren unter Schutz gestellt hat. Riesen tanzten durch die Straßen. Zwischendurch Hightech-Bauten von Frank Gehry Santiago Calatrava, Zaha Hadid und Norman Foster – in Dörfern mit ein paar hundert Einwohnern. Bezahlt hat sie das Etikett, das ich zu kennen glaubte. Dies ist kein Best-of und kein Reiseführer. Ich zeige wie eine Region ist, wenn man sie nicht als Produkt betrachtet, sondern als Gegenüber.


    Ich habe das Grading verändert. Es orientier sich jetzt an dem Fujifilm Eterna.


    Viel Spaß beim schauen und wie immer ist Kritik willkommen.





    Beste Grüße, Uli

  • Da gibt es für mich nichts zu meckern.

    Das Bild, der O-Ton, der Kommentar und die Musik bilden eine Einheit. Ein Film wie aus einem Guss. Auch die Farben wirken natürlich und nicht aufdringlich.

    Ich habe mir den Film nur 1x angesehen, ohne Unterbrechung, durchgehend vom 1. Bild bis zum letzten Bild. So wie man sich einen Film z. B. im Kino anschaut. Ohne die Möglichkeit anzuhalten, vor oder zurück zu springen. Ich hatte in den 10min. aber auch nie das Verlangen danach.

    Vielleicht habe ich dadurch irgendeinen kleinen Fehler "verpasst". Gibt mir als Zuschauer aber auch die Möglichkeit in den Film, in die Welt des Rioja einzutauchen.

    Danke fürs Zeigen.

  • Hi Ulrich,

    Ein wunderschöne ruhige Film die einem, in die mir völlig unbekannte, Gegend Spaniens einführt.

    Sehr schöne Aufnahmen die harmonisch in ein ander passen.

    Interessant ist auch das die berühmte Architekten hier ihr Können gezeigt haben.

    Nur eine kurze Frage, ist der Film in SDR oder HDR gemacht.

    Vielen Dank fürs Zeigen.


    Dirk PEL

  • es ist alles gesagt/geschrieben: :thumbup::thumbup::thumbup:

  • Bisher kannte ich nur den Wein, jetzt auch die Region, aus der er stammt ... Ein sehr guter kleiner Film, sauber gefilmt, gut geschnitten und großartig kommentiert.

    Mit den Festen hast Du ja Glück gehabt, solche Motive beleben einen Film immer. Allerdings feiern die Spanier immer irgendwas irgendwo ...

    Gut hat mir der Satz gegen Ende gefallen: "Hier kämpft niemand gegen die Zeit, hier legt man eine neue Schicht darüber." Das trifft wohl perfekt einen Kern der spanischen Mentalität ...

    Sehr gut! :thumbsup:

  • Viel Spaß beim schauen und wie immer ist Kritik willkommen.

    Die bereits erwähnten Aspekte werden Deinem Film nur ansatzweise gerecht, Ulrich.

    Deine Filme - ich denke hier gerade auch an die Berliner Museumsinsel - funktionieren fast wie eine musikalische Komposition. Ein Motiv – hier das Etikett – wird eingeführt, verschwindet, taucht in neuen Zusammenhängen wieder auf und erhält am Ende eine tiefere Bedeutung.

    Das ist eine Technik, die sich auch auf technische oder historische Dokumentationen übertragen lässt und einem Film einen inneren Zusammenhalt gibt, ohne dass der Zuschauer die Konstruktion bewusst wahrnimmt.


    Du verwendest erstaunlich wenige Adjektive. Du schreibst nicht etwa: "eine wunderschöne mittelalterliche Stadt"

    sondern eher: "Ich stehe im Westen dieser Region ..."


    Die Bewertung entsteht fast vollständig aus der Auswahl Deiner Beobachtungen. Das erinnert eher an gute Literatur als an klassischen Fernsehjournalismus.

    Du beobachtest zunächst - und interpretierst erst danach. Ich hingegen komme stets erst mit einer Botschaft - und suche dann verzweifelt - und oftmals erfolglos - die dazu passenden Bilder.


    Du hingegen zeigst zunächst etwas scheinbar Belangloses – Schafe, ein Altersheim, ein Etikett, Musik, und erst später erkennt der Zuschauer, dass diese Beobachtungen alle denselben Gedanken tragen.


    Dadurch entsteht das angenehme Gefühl, nicht belehrt zu werden, sondern selbst etwas entdeckt zu haben.


    Bei Deinem Film bekomme ich tatsächlich das Gefühl, einen Ort kennenzulernen, und nicht einfach eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten!

    Ulrich, Du spielst in einer anderen Liga. Meine Hochachtung ist Dir sicher!

    Gruß, Franz

    "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!" - "Ein Film sagt mehr als tausend Bilder!"

  • Mit den Festen hast Du ja Glück gehabt,

    Einige Feste hatten wir eingeplant, über andere stolperten wir zufällig. Siehe unten.


    Du verwendest erstaunlich wenige Adjektive. Du schreibst nicht etwa: "eine wunderschöne mittelalterliche Stadt"

    sondern eher: "Ich stehe im Westen dieser Region ..."

    Wenn ich es hinkriege, keine Adjektive, die dem Zuschauer sagen, was er sowieso schon sieht.


    Das Bild muss beim Zuschauer das Gefühl - zum Beispiel "wunderschön" - vermitteln. Wenn ich es ihm erkläre, dann wird das zum betreuten Sehen.


    Du beobachtest zunächst - und interpretierst erst danach. Ich hingegen komme stets erst mit einer Botschaft - und suche dann verzweifelt - und oftmals erfolglos - die dazu passenden Bilder.

    Na ja. Ist auch bei mir ein mehrstufiger Ablauf.


    Ich bereite mich umfangreich vor. Wichtig: Ich habe schon vor der Abfahrt eine Idee, was ich sagen will.


    Da wir keine Dreh-Reise sondern eine Reise unternehmen, habe ich bei der Heimkehr etwa 40 Prozent der angedachten Aufnahmen.


    Anhand der Bilder schaue ich, haben sich meine geplanten Inhalte (Thema) bestätigt, wo haben sie sich verändert, was war falsch?


    Daraus baue ich dann eine Geschichte, die immer ein Thema haben sollte.


    Und Danke für die freundlichen Kommentare.


    Herzliche Grüße, Uli