Beiträge von DoBBy

    Also ich bin da voll & ganz bei den Synchronsprechern und der Synchronbranche. Ja, es gibt wertvollen Zugewinn beim Nutzen von künstlicher Intelligenz. Dieser wertvolle Zugewinn liegt aber nicht in der Kunst bzw. den künstlerischen Berufen, sondern eher in Technik oder Medizin und auch dort nicht als ersetzender, sondern allenfalls ergänzender Nutzen zusätzlich zur weiterhin realen, menschlichen Fachkraft. So kann die KI helfen bei der Diagnosefindung in der Medizin, diese aber nicht vollständig ersetzen und auf eigene Faust vornehmen - zumindest SOLLTE sie das nicht.


    In den künstlerischen Bereichen wie z.B. Schauspiel, Synchron, Musik, (malende) Kunst etc. hat KI nichts verloren. Ebenso bin ich froh und dankbar, dass wir in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern eine sehr professionelle und hochwertige Synchronkultur haben.


    Ich würde es abgrundtief hassen, eine Serie oder einen Film mit nervenden Untertiteln lesend verfolgen zu müssen, wie das in anderen Ländern Usus ist, weil deren Synchronbranche entweder grottenschlecht ist oder man sich einfach aus finanziellen Gründen keine gescheite Synchronbranche leisten kann. Wenn ich etwas anschaue, dann schaue ich. Wenn ich lesen will, les' ich ein Buch. Ich will mich bei einem Film oder einer Serie auf die Handlung und visuellen Darbietungen konzentrieren und nicht am unteren Bildschirmrand rumlesen müssen, nur um überhaupt dem Geschehen einigermaßen folgen zu können für den Fall, dass ich der Originalsprache nicht mächtig genug wäre.


    Von daher kann Netflix jetzt ruhig drohen damit, dass sie bei einem weiter fortwährenden Boykott der deutschen Synchronsprecher ihre Produktpalette einfach gar nicht mehr synchronisieren lassen und fortan nur noch deutsche Untertitel einfügen. Damit werden sie sich höchstwahrscheinlich gehörig in's eigene Fleisch schneiden. Keiner hat Lust auf Untertitel und dementsprechend wird dann auch Netflix's Absatz in Deutschland fallen.

    Wenn ich deine Ausführungen also richtig verstehe, rod dann bin ich als reiner Ersteller/Produzent/Filmer des Hochzeitsfilm sicher, solange ICH die Aufnahmen nirgendwo hochlade oder sonst in irgendeiner Weise veröffentliche?


    Zählt eine Weitergabe des fertigen Erzeugnisses an das Brautpaar denn nicht auch bereits als eine Veröffentlichung bzw. Verbreitung?


    Ich glaube allerdings auch, dass man bei allen rechtlichen Angelegenheiten wohl auch aufpassen muss, sich hier jetzt nicht in der Pedanterie zu verlieren. Für ein rein privates Erzeugnis wie dieser Hochzeitsfilm und die Weitergabe im engsten Kreis (= Brautpaar) halte ich solche rechtlichen Gedankengänge allenfalls für theoretischer Natur. Im persönlichen Familien- & Bekanntenkreis habe ich noch nie mitbekommen, dass es hinterher wegen so einem Erzeugnis Probleme gegeben hätte - im Gegenteil: man war doch immer froh & angetan, eine schöne visuelle Erinnerung erhalten zu haben, die man sich bei Bedarf auch immer wieder anschauen kann.


    Um eine breite Veröffentlichung mit unbekanntem Empfängerkreis, wie es YouTube oder sonstige Streaming-Plattformen darstellen, geht und ging es hier ja auch nie. Finde das selber immer befremdlich, wenn auch hier im Forum hin und wieder private Erzeugnisse auf YouTube oder sonstigen Plattformen gestreamt / geteilt werden, unabhängig davon, ob das Video intern auf "privat" geschaltet ist oder nicht. Die Google- bzw. Meta-Server haben den Inhalt dann trotzdem und gleichzeitig auch alle weiteren Verwertungsrechte daran.

    Mein Credo lautet daher also: "Wer mit der Aufzeichnung nicht einverstanden ist, möge dies gefälligst vorab mit dem Dirigenten (dieser ist meist zugleich der Veranstalter) klären, widrigenfalls er halt nicht mitsingen oder mitspielen darf!"


    Ich bin kein Jurist, aber diese Praxis stelle ich mir juristisch schwierig vor. Das individuelle Recht, nicht aufgezeichnet zu werden, ist natürlich, muss nicht begründet werden und darf in Folge dessen aber auch nicht in Form von gesellschaftlichen Nachteilen sanktioniert werden (hier: der bewusste Ausschluss an einer Chorteilnahme).

    Das könnte schwierig werden. Viele der anwesenden Freunde/Gäste des Brautpaares kenne ich z.B. gar nicht persönlich. Die alle ausfindig zu machen und nachträglich zu fragen, ist nahezu unmöglich.


    Zumal diese Personen ja selbst alle individuell mit ihren Smartphones gefilmt haben - gut möglich, dass irgendwo bei denen auch ich darauf zu sehen sein könnte.


    Zumal man sich auch die Frage stellen muss: wie rechtskräftig und rechtsbindend ist so eine rein mündliche Zusage. Um das am Ende juristisch wasserdicht zu haben, müsste man ja schon fast jede einzelne Person ein Formblatt unterschreiben lassen, mit deren Unterschrift sie sich bereiterklärt, evtl. an irgendeiner Stelle des Films evtl. in Bild & Ton aufzutauchen.

    Von der Endqualität ganz zu schweigen. Wer einen Film produziert, mit dem Ziel, den am Ende zwischen META-Plattformen hin- und herzuschieben, der kann direkt auch mit nem beliebigen 0815-Smartphone aufnehmen. Da braucht's dann auch gar nicht erst irgendwelche semi-Consumer oder gar Profi-Equipment.


    Zudem hatte ich im Ausgangspost ja schon angedeutet, dass ein Hochladen auf fremde Server, egal ob YouTube, META, Vimeo und Co, allein schon aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht in Frage kommt.

    Was das Brautpaar am Ende dann mit dem Film macht und wo sie den hochladen/verbreiten, ist dann deren Sache und nicht mehr meine Angelegenheit.

    McQuade


    Oh, da hast du jetzt aber ganz nebenbei die Büchse der Pandorra geöffnet - an solche rechtlichen Fragen habe ich bislang gar nicht gedacht. Also von wegen Einverständnis aller abgebildeten Gäste... Bei Liedern, stimmt.. Korrekterweise müsste man da bei nicht-gemeinfreien Inhalten die Gema fragen.


    Aber wenn's wirklich nur der engste Familienkreis ist?? Macht das da wirklich jemand? Bei den Personen könnte man ja noch argumentieren, dass ab einer bestimmten Zahl an Abgebildeten sie Teil einer größeren Gesamtmenge sind und damit tritt jeder einzelne in den Hintergrund.


    Andererseits hat ja jeder mitbekommen, dass gefilmt wurde und niemand hat Einspruch erhoben. Also gehe ich mal davon aus, dass jeder stillschweigend akzeptiert hat, eventuell auch mal im Bild zu sehen zu sein...

    Hallo,


    nachdem ich mich in meinem anderen Thread ja vor ein paar Wochen bezüglich der Filmerei / Formatwahl für einen privaten Hochzeitsfilm in kleiner, überschaubarer Runde & Personenkreis erkundigt habe, geht es jetzt um die Frage: wie werden im Jahre 2025 fertig produzierte Filme in 4K überhaupt noch ausgegeben bzw. unter die Leute gebracht?


    Als ich vor ca. 20 Jahren hobbymäßig anfing, mich mit dem Hobbyfilmen zu beschäftigen, wurden damals ähnliche Erinnerungsstücke im Familien- & Bekanntenkreis auf MiniDV-Bändern in mittelmäßiger DV-Qualität gefilmt und danach auf selbst gebrannten DVDs verteilt. Wollte man sich besonders viel Mühe geben, hat man gerne auch mal noch extra eigens kreierte DVD-Inlays gedruckt bzw. hat bedruckbare DVD-Rohlinge benutzt, um mittels DVD-fähigem Drucker ein passendes Motiv auf die Scheiben zu drucken.


    Nachdem ich mich nun schon seit gut 15 Jahren nicht mehr wirklich mit solchen Projekten & Vorhaben beschäftigt habe, stellt sich mir die Frage, ob das heutzutage in Zeiten von Netflix, Streaming, Video-on-Demand, Smartphones etc. auch immer noch so üblich ist bzw. wie man heutzutage ein 4K-Erzeugnis "an den Mann" bringen soll?


    Ich denke, es wäre selbst für Technik-Laien wie mich ein Unding, einen 4K produzierten Film am Ende auf augenkrebs-erzeugende 576i / DVD-Qualität runterzuschrumpfen und im Familien- & Bekanntenkreis DVDs zu verteilen.

    BluRays gehen meines Wissens bis 1080p - wäre zwar ansehnlicher als 576i, aber bei den BluRays ist das so ein Ding: die wenigsten, die ich kenne, haben BluRay-Abspielgeräte zuhause. Wenn dann wirklich nur die Pixel-zählende Nerd-Fraktion. Die breite Masse (so zumindest mein Blick von Außen) scheint BluRay eher übersprungen zu haben und ist direkt weiter Richtung SmartTV mit Netflix-Streaming-App und Co.


    Noch grottiger sieht's wohl bei 4K-Discs also UHD-BluRays aus, das dürfte wohl ein absolutes Nischen-Dasein in der breiten Masse fristen.


    Der Trend scheint schon seit einigen Jahren definitiv wegzugehen von optischen Speichermedien und hin zu Digitalem Streaming oder digitaler Datei zum Abspielen auf PC, Smartphone, Heim-Media-Player etc.


    Nun finde ich sowas aber nicht wirklich persönlich. Soll ich dem Brautpaar und den Bekannten jeweils einen billigen ALDI-USB-Stick in die Hand klatschen und sagen: "Hier bitteschön, euer Hochzeitsfilm!"?


    Für mich gehört da schon irgendwie immer noch ein optisches Medium mit schön gestaltetem Cover / Inlays und bedruckter Scheibe mit dazu. Streaming fällt für mich komplett raus - zumindest wenn wir von so Dingen wie öffentliches Hochladen auf Videoportalen wie YouTube, Vimeo und Co reden.


    Mag sein, dass man das dort auch alles so einstellen kann, dass nur Leute mit Zugangslink auf das Video zugreifen können, aber darum geht's primär gar nicht. Es geht da primär um Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Und da sollen keine privaten / intimen Aufnahmen auf irgendwelchen amerikanischen Servern landen, die damit dann gleichzeitig das maximale Verwertungsrecht über die Aufnahmen haben werden.


    Mir stellt sich nun also wirklich ernsthaft die Frage, wie man so ein Erzeugnis heutzutage unter die Leute bringen soll.. DVDs fallen alleine aufgrund der schlechten Qualität im heutigen 4K-SmartTV-Zeitalter raus. BluRays und UHD-BluRays haben die wenigsten als Abspielgeräte zuhause, YouTube- oder Vimeo-Streaming fällt aufgrund von Datenschutz etc. raus, dann bleibt eigentlich nur noch, irgendeine unpersönliche MOV- oder MP4-Datei per USB-Stick rumzuverteilen, ohne Cover, Inlays, Hülle, etc.


    Irgendwie traurig, diese Entwicklungen...

    Ist ja auch legitim. Das meiste, was heute im sog. "linearen TV" kommt, ist mit Müh und Not gerade mal Full-HD. Meist eher noch 720p oder gar reines SD.


    Irgendwann wird aber auch das lineare TV Richtung 4K gehen.


    Hier beim Hochzeitsfilm haben wir aber eine ganz andere Ausgangslage - da filmt man vorausschauend für noch kommende Jahrzehnte. Selbst wenn heutzutage jemand kein UHD-TV hätte, so hat er das aber mit Sicherheit in 5, 10, 15 Jahren. Und wenn man sich in 20 Jahren den Hochzeitsfilm nochmal anschauen möchte, möchte man ja auch kein Augenkrebs bekommen... Dann filme ich lieber in der technisch besten Auflösung, die in der Gegenwart zur Verfügung steht (8K klammere ich jetzt mal bewusst aus) und falls das wider Erwarten jemand überhaupt nicht abspielen kann, weil er vielleicht noch ne Röhre zuhause hat oder einen reinen Full-HD-TV, dann kann man für diese ausgewählten Personen auch ne "extra Suppe kochen" und die kriegen dann halt eine 1080p oder SD-Version.

    Weil es ein schon recht "altes" Gerät ist (deshalb aber trotzdem nicht schlecht).


    Lustige Anekdote zum Thema "alt" nach der Trauung... Die Braut kam ein paar Tage später auf mich zu und erkundigte sich nach diesem Kameramodell. Sie wussten beide ja gar nicht, dass ich überhaupt filmen würde, haben also nicht damit gerechnet oder es in irgendeiner Weise erwartet.


    Sie meinte, irgendjemand (wer genau, wisse sie jetzt gar nicht mehr, wobei ich eher vermute, dass sie einen konkreten Namen nicht nennen wollte) käme nach der Trauung auf sie zu und hätte sie gefragt, wer denn da die ganze Zeit mit "so einer Retro-Kamera" rumgerannt wäre. Sie antwortete dieser Person dann, das könne ja dann nur ich gewesen sein, da ich der einzige war, der gefilmt hat - von ein paar Smartphone-Aufnahmen einiger weniger Gäste abgesehen.


    Sie sprach mich deshalb darauf an und erkundigte sich nach dem Modell, und ob ich da tatsächlich mit einer "Retro-Kamera" gefilmt hätte. Ich fragte sie dann erstmal, was sie unter "retro" überhaupt meint und erklärte ihr, dass ich die Kamera extra von einem prof. Verleih ausgeliehen habe und die mittels eigens beauftragtem Privatkurier durch halb Deutschland zu mir gefahren und vorhin auch wieder abgeholt wurde. Im Neupreis mehrere 1000€.


    Zumal sie sich ja überhaupt gar nicht mit Technik & Kameras auskennt, von daher haben ihr diese Angaben wohl sowieso gar nicht wirklich was gesagt. Dennoch fragte sie weiter nach, ob denn die Kamera noch da wäre und sie sie mal sehen könne. Ich habe sie dann geholt und ihr gezeigt, aber ob ihr das dann die große Erleuchtung beschert hat, bezweifle ich. Wie gesagt, sie kennt sich damit ja überhaupt nicht aus.


    Ein bisschen geärgert hat mich diese Aussage schon. Vermutlich hat ihr irgendjemand der Gäste (oder womöglich sogar der angepisste Hochzeitsfotograf, mit dem ich immer um die besten Steh- & Sichtplätze konkurriert habe) einen Floh ins Ohr gesetzt von wegen altmodischer Retro-Kamera.


    Ich weiß zwar, dass heutzutage eher mit Systemkameras gefilmt wird und die tendenziell viel kleiner sind als die alten Camcorder, aber für mich sind Systemkameras nach wie vor eher Fotoapparate und keine Videogeräte, auch wenn die natürlich Video können...


    Weiß nicht, wie ich diese Bemerkung nun auffassen soll. Kann ja eigentlich nur von jemandem gekommen sein, der/die sich mit Kameras im Allgemeinen überhaupt nicht auskennt. Also zumindest der große "4K"-Schriftzug am Ausklappdisplay hätte ja eigentlich schon verraten, dass es sich hier nicht um eine Video8-analog-Bandkamera von vor 35 Jahren handelt...

    Ausserdem ob jeder die Möglichkeit hat UHD abspielen ist die Frage.


    Also heutzutage kenne ich keinen mehr, in dessen Wohnzimmer noch ein reiner Full-HD-TV von vor 2010 rattert. Jeder 300€ TV im ALDI kann mittlerweile 4K-Auflösung, wenn man der Werbung glauben darf. Von Laptop/PC bzw. anderen Mediaplayern inkl. Smartphones mal ganz abgesehen.

    Da hat dir ChatGPT aber blödsinn erzählt.

    Die die Blende, sondern der Shutter sollte entsprechend eingestellt werden. Und mit Rolling Shutter hat das auch nur indirekt etwas zu tun.


    Das meinte ich auch. Shutter war gemeint, nicht die Blende. Die war auf Automatik, nur der Shutter war fest auf 1/50.


    Hier die Antwort, die ChatGPT gegeben hat:

    1. Warum fester Shutter 1/50s bei 25 fps

    Du filmst in 25 fps (25p).

    Es gibt die sogenannte 180°-Regel aus der Filmwelt:

    Shutter Speed = 2 × Frame Rate

    → Bei 25 fps ergibt das 1/50 Sekunde.

    Wenn der Shutter passt:

    • Bewegungen wirken natürlich und filmisch.

    • Kein "Ruckeln" bei Bewegungen, kein unnatürlicher Motion Blur.

    • Clips von Sony und iPhone sehen gleich aus, lassen sich perfekt schneiden.

    Was passiert, wenn die Kamera den Shutter automatisch regelt:

    • Bei hellem Licht verkürzt die Automatik den Shutter (z. B. 1/200 s).

      → Bewegungen sehen plötzlich abgehackt aus („Soap Opera Effekt“).

    • Bei dunklem Licht verlängert sie den Shutter (z. B. 1/20 s).

      → Bewegungen verschmieren und wirken unscharf.

    • Da die Automatik ständig reagiert, ändert sich die Bewegungsdarstellung mitten im Clip → extrem störend im Schnitt, vor allem beim Perspektivwechsel zwischen Kameras.

    Beispiel:

    • Sony fix auf 1/50 s → gleichmäßige Bewegungen.

    • iPhone wechselt zwischen 1/50 s und 1/200 s → sichtbarer Unterschied, wirkt wie zwei völlig verschiedene Videos.

    Ich glaube, Apple ProRes 4:2:2 HQ war sowieso total überdimensioniert - die beiden anderen Cams machen ja maximal 4:2:0. Für die paar Schnittbilder, die vom iPhone-Material in den Endfilm einfließen, ist das vermutlich rückblickend total übertrieben gewesen.


    Wäre evtl. sinnvoller gewesen, statt der 1080p50-Cam das iPhone als statische, unbewegte Totale-Cam im Hintergrund aufzustellen und den Gegenshot der Standesbeamtin dann mit der 1080p50-Cam, aber jetzt ist es halt so, wie es ist.


    Wird schon irgendwas bei rumkommen am Ende. Das iPhone-Material verliert dann halt im Endfilm seinen 4:2:2-Charakter, den ich ja in 4:2:0 ausgeben muss. Wahrscheinlich sehen deswegen die Farben jetzt noch so prächtig aus im iPhone-Material.


    Das einzige, was manuell und fest eingestellt war in der Blackmagic App, war die Blende 1/50 und die FPS 25. ChatGPT meinte, wenn ich mit 25fps filme, dann müsste die Blende fest auf 1/50 eingestellt sein, da es sonst zu Rolling Shutter Effekten kommen könnte.


    Bei der Z90 war aber ausnahmslos alles auf Automatik, also auch die Blende und da sind mir bislang trotzdem keine Rolling-Shutter-Effekte aufgefallen.


    Manuell filme ich solche einmaligen und nicht-wiederholbaren Ereignisse auf keinen Fall... Das kann jemand wagen, der das tagtäglich macht und seine Kamera im Schlaf kennt und selbst dann klappt's vielleicht auch nicht immer.. Für mich reichte der Automatikmodus.

    Noch ein kleines, abschließendes Update an alle, die es interessiert:


    Die standesamtliche Trauung wurde nun vor 2 Tagen, letzten Freitag, über die Bühne gebracht. Gefilmt wurde nun mit:


    - der ausgeliehenen Sony Z90 (als Hauptkamera, freihändig aber mit aktivierter Bildstabilisierung). Aufnahme in 4K, 25fps, 100 mbit/s - mehr war mit dieser Kamera nicht machbar.

    - ein weiteres Familienmitglied hat mit meinem iPhone 16 Pro Max und mit Hilfe der Blackmagic Camera App in 4K, 25 fps, Apple ProRes gefilmt.

    - Als Backup für Bild & Ton und um eine konstante Totale zu haben, habe ich meine alte Panasonic SD707 auf meinem Velbon Stativ im Hintergrund aufgestellt und die vollen 20 Minuten Zeremonie konstant ohne Schwenk oder Unterbrechungen durchlaufen lassen. Leider kann diese Cam maximal 1080p50 - aber das ist jetzt halt so.


    Gefilmt habe ich mit der Sony Z90 hinter der Standesbeamtin mit vollem Blick auf das sitzende Brautpaar - ich hatte das Paar somit also von vorne frontal drauf über die im Bokeh / Unschärfebereich liegende Schulter bzw. den Hinterkopf der Standesbeamtin.


    Das weitere Familienmitglied hat mit meinem iPhone aus der Gegenperspektive gefilmt, also Brautpaar von hinten drauf und dafür die Standesbeamtin mehr oder weniger frontal. So kann dann hin- und her geschnitten werden zwischen den Perspektiven.


    Die 1080p50-Kamera stand ebenfalls aus der Sicht von mir, also auch hinter der Standesbeamtin, allerdings nicht direkt auf das Brautpaar fokussiert, sondern so weit in der Totalen, dass man auch die wenigen Gäste hinter dem Brautpaar noch sieht. Die Blickrichtung dieser Kamera war eher von der Seite schräg und nicht direkt im rechten Winkel zu Brautpaar und Publikum, weil da ja ich mit der Z90 stand. Das heißt, man sieht zwar immer das gesamte Publikum, aber eben aus einer schrägen Perspektive - die rechte Seite näher / größer im Bild, die linke Seite weiter weg und entfernter...


    Wird schon irgendwie passen. Eventuell muss ich das 1080p50 Material halt mit Hilfe von KI-Software auf 4K hochrechnen lassen, falls ich davon ein paar Schnittbilder einbauen möchte, mal schauen.


    Die wichtigsten Szenen wie Ringanstecken und Kuss habe ich aber mit der Z90 gut eingefangen. Dank deren 1 Zoll Sensor hat die da auch echt schöne Bokehs im Vorder- & Hintergrund erstellt, sodass diese Szenen mittig im Bild scharf, aber im Vordergrund und Hintergrund leicht unscharf sind und damit direkt optimal freigestellt wurden. Ich denke, da lässt sich schon was mit anfangen.


    Überrascht war ich, dass auf rein subjektiver Ebene das iPhone-Material auf meinem Laptop beim ersten groben Reinschauen wesentlich besser aussah als das der Z90. Zudem läuft das Z90-Material auf meinem fast 10 Jahre alten Lenovo-Laptop im VLC-Player ruckelfrei ab, obwohl es sich um 4K-Material handelt. Das iPhone-Material läuft aber keine 3 Sekunden am Stück, ohne dass der VLC-Player direkt wieder ins Stocken kommt. Liegt vermutlich am ProRes-Codec. 20 Minuten Aufnahme haben hier schon knapp 60 GB.


    Wenn ich dazukomme, stelle ich hier mal ein paar Screenshots rein, von der Z90 und vom iPhone, dann könnt ihr selbst mal beurteilen, welche Bildqualität nun besser ist, oder ob das einfach nur subjektiv mein Eindruck auf dem kleinen Laptop-Bildschirm war.


    Auf alle Fälle herzlichen Dank an alle, die sich hier bereitwillig mit Tipps & Tricks beteiligt haben. Nächstes Jahr kommt dann die noch viel größere und weitaus aufwändigere kirchliche Trauung an einer Location mit See drum herum etc. PP.


    Ob ich mir das da aber nochmal antue, weiß ich noch nicht. Wohl eher nicht. Aber das Brautpaar hat schon durchblicken lassen, dass ihnen ein prof. Hochzeitsfilmer zu teuer ist. Die sind allein nur wegen des Hochzeitsfotografen (der mir partout ständig ins Bild reingerannt ist bei den wichtigsten Momenten und sich sehr wichtig genommen hat) schon am Murren gewesen wegen des Preises...

    gurlt


    Mit meinem vorherigen Beitrag sollte - insbesondere in Verbindung mit folgender Aussage meinerseits:


    Zitat
    Wenn also nicht gerade die Kamera ausfällt und gar nichts aufzeichnet, ist alles andere nicht wirklich relevant, solange man halbwegs hören & sehen kann, was sich abgespielt hat an jenem Tag.


    ausgedrückt werden, dass zumindest mein bisheriger Empfängerkreis (= engster Familienkreis) da keinen großen Wert darauf gelegt hat, sofern der Ton verständlich war.


    Es soll nicht darum gehen, dass ein Ton über Ansteckmikro zweifelsohne besser / professioneller / klarer ist - sowas lässt sich relativ leicht alleine schon durch physikalisch-technische Messungen nachweisen & belegen.


    Es ging in meinem Beitrag eben um die Erwartungshaltungen. Sind die selbst nicht hoch, d. h., wenn alle Beteiligten wissen, dass da "nur" ich so nebenbei mal ne Kamera mitlaufen lasse und kein professioneller Dienstleister mit Ansteckmikro, Tonangel und Schieß-mich-tot-Equipment am Werke ist, dann wird da auch von niemandem dementsprechend professionelle Erzeugnisse im Vor- & Nachhinein erwartet.


    Zumindest die Rezipienten meiner Erzeugnisse waren alleine schon damit zufrieden, wenn man auf dem Kamera-Raumklang-Ton das Gesprochene ohne die Notwendigkeit von nachträglichen Untertiteln etc. verstehen konnte, selbst wenn da noch Hall oder andere Störgeräusche mit dabei waren.


    Insofern kann ich die von HJS postulierte These:


    Zitat

    wenn ich das hier alles lese, komme ich zu dem Schluss: Hochzeitsfilm? Das ist theoretisch gar nicht möglich..


    so verallgemeinert nicht direkt bejahen und genau das sollte mein vorheriger Beitrag erläutern und ausführen. Es ist eben eine Frage des Anspruchs und der Erwartungshaltung von einem selbst sowie der Rezipienten, ob ein Hochzeitsfilm "unmöglich zu bewerkstelligen" sei oder nicht.


    Um den technischen Aspekt, ob nun Ansteck-Ton qualitativ hochwertiger sei als Kamera-Ton, geht's dabei gar nicht. Diese Frage muss gar nicht erst diskutiert werden, denn die Antwort, was da besser abschneiden wird, liegt auf der Hand...


    Mein Beitrag bezog sich darauf, dass lediglich mein nicht anspruchsvoller, familiärer Rezipientenkreis zufrieden mit Kameraton und Laien-Equipment war - man konnte alles Wichtige sehen & hören und damit war alles palletti und alle waren glücklich. Meinen ersten Film dieser Art schaut man sich, so wie es mir mal mitgeteilt wurde, angeblich immer noch jährlich zum Jahrestag an und das war ein vor 20 Jahren mit einer abgenudelten MiniDV-Cam (Single-Cam, keine Zweit- oder Drittkameras) inklusive Kameraton aufgenommener "Hochzeitsfilm".


    Das bedeutet logischerweise nicht, dass meine Erzeugnisse damit jeden x-beliebigen, fremden Zuschauer gleichermaßen zufriedengestellt hätten - höchstwahrscheinlich nicht und in einem Forum wie diesem vermutlich schon mal gar nicht. Da ist man ja eine andere Liga an Endprodukten gewohnt.


    Aber deshalb sagte ich bereits: wer ehrliche Kritik will, der fragt nicht engste Familie oder Freunde, denn da wird einem meistens immer Honig um's Maul geschmiert, da ist jeder noch so dilletantische Windows-Movie-Maker-Erguss ein "spitzenmäßiges Kunstwerk" und entsprechend leicht und schnell zufriedenzustellen ist die Kundschaft...


    Und alleine unter dieser Prämisse ist dann für mich die von HJS gegebene These eben nicht wahr: für mich und den kleinen Empfängerkreis war es folglich also nicht unmöglich, einen Hochzeitsfilm zu erstellen. Genau deshalb kann man so eine Aussage so ganz pauschal überhaupt nich treffen. Und genau darum ging es nun im letzten und in diesem Beitrag.