Also ich bin da voll & ganz bei den Synchronsprechern und der Synchronbranche. Ja, es gibt wertvollen Zugewinn beim Nutzen von künstlicher Intelligenz. Dieser wertvolle Zugewinn liegt aber nicht in der Kunst bzw. den künstlerischen Berufen, sondern eher in Technik oder Medizin und auch dort nicht als ersetzender, sondern allenfalls ergänzender Nutzen zusätzlich zur weiterhin realen, menschlichen Fachkraft. So kann die KI helfen bei der Diagnosefindung in der Medizin, diese aber nicht vollständig ersetzen und auf eigene Faust vornehmen - zumindest SOLLTE sie das nicht.
In den künstlerischen Bereichen wie z.B. Schauspiel, Synchron, Musik, (malende) Kunst etc. hat KI nichts verloren. Ebenso bin ich froh und dankbar, dass wir in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern eine sehr professionelle und hochwertige Synchronkultur haben.
Ich würde es abgrundtief hassen, eine Serie oder einen Film mit nervenden Untertiteln lesend verfolgen zu müssen, wie das in anderen Ländern Usus ist, weil deren Synchronbranche entweder grottenschlecht ist oder man sich einfach aus finanziellen Gründen keine gescheite Synchronbranche leisten kann. Wenn ich etwas anschaue, dann schaue ich. Wenn ich lesen will, les' ich ein Buch. Ich will mich bei einem Film oder einer Serie auf die Handlung und visuellen Darbietungen konzentrieren und nicht am unteren Bildschirmrand rumlesen müssen, nur um überhaupt dem Geschehen einigermaßen folgen zu können für den Fall, dass ich der Originalsprache nicht mächtig genug wäre.
Von daher kann Netflix jetzt ruhig drohen damit, dass sie bei einem weiter fortwährenden Boykott der deutschen Synchronsprecher ihre Produktpalette einfach gar nicht mehr synchronisieren lassen und fortan nur noch deutsche Untertitel einfügen. Damit werden sie sich höchstwahrscheinlich gehörig in's eigene Fleisch schneiden. Keiner hat Lust auf Untertitel und dementsprechend wird dann auch Netflix's Absatz in Deutschland fallen.