Das ist einfach so. Wer als filmender Tourist kommt, wird erst mal in die Schublade "wer sind die eigentlich (die nerven)?" geschoben. Vor allem, wenn man was spontan unterwegs organisieren will.
Natürlich ist das Wort "Fernsehproduktion" oder "TV-Sender" bzw. "Presse" allgemein auch kein universeller Türöffner, aber oftmals geht damit das ganze deutlich leichter.
Wobei heutzutage auch schon darauf geachtet wird ob man sich einfach nur so bezeichnet weil man eben einen Youtubekanal hat und Influenza ist....
Gerade als Amateur muss man Interviews, Zugangsberechtigungen, Dreherlaubnis, Freigaben usw. weit vor der Reise sauber abklären. Was völlig unserer Art zu reisen widerspricht.
Nicht immer, teilweise kann man auch solche Dinge vor Ort recherieren bzw. organisieren. Natürlich ist ein gewisser Vorlauf immer von Vorteil, wenn ich eine, zwei Wochen "vor Ort" bin ist das für Recherche usw. natürlich besser als wie wenn ich nur einen oder zwei Tage vor Ort bin.
Auch tut man sich als Einzelreisender natürlich deutlich leichter wie als Teilnehmer einer Reisegruppe...
Natürlich ist das Aufwand, Natürlich kostet das vor allem Zeit (und manchmal auch Geld) und die Frage ist ob man das überhaupt möchte oder ob einem der Urlaub lieber ist....
Ich habe das Thema in einen extra Thread ausgelagert, weil es mir auch grundsätzlich um das Verhältnis von Fakten zu Emotionen ging.
Ein guter Weg weg von reinem ZDF - Zahlen, Daten, Fakten welche wie aus Wikipedia oder einem Reiseführer vorgelesen klingen sich einfach vorzustellen wie man diese Informationen (welche ja auch tlw. ganz interessant sind) einem Freund der nicht auf der Reise dabei war am Abend in der Kneipe erzählen würde.
Da wird man auch keinen Wikipedia-Erzählstil nutzen. Sondern eher auf emotionaler Basis erzählen.
Wichtig ist auch beim Kommentar einfache, kurze Sätze zu bauen. Keine langen Sätze, keine komplizierten Formulierungen. Einmal weil sich solche einfachen Sätze leichter verstehen lassen und zweitens weil solche Sätze auch deutlich einfacher zu sprechen sind.
also ich habe mir noch mal Walters schönen Film über den romantischen Rhein angesehen. Finde den immer noch klasse. Bin sehr froh, dass Walter in seiner trockenen norddeutschen Art kommentiert. Da vermisse ich nichts. "Hoch am Berg ist die Burg Kaub. Vermutlich 1220 als Reichsburg erbaut. Sie wurde auch belagert, ließ sich aber nie einnehmen. Daher gabe ihr Ludwig, der Friedfertige von der Pfalz, den Namen Burg Gutenfels."
Zum Glück sagt Walter nicht: "diese Burg zeige ich, weil mir so ein Monument der Geschichte zu Hause in Pinneberg fehlt. Aber ich denke auch an den unendlichen Schweiss der Arbeiter, die diese Burg errichten mussten. Ihr Leid spüre ich in jeder Ritze der Burg.
Der Kommentar ist ansich schon ganz in Ordnung, aber ich würde das anders formulieren:
Die Burg Kaub. Ihr genaues Alter lässt sich nicht mehr feststellen. Vermutlich wurde sie 1220 als Reichsburg erbaut. Oft belagert wurde sie aber nie eingenommen. Burg Gutenfels. Diesen Namen gab ihr daher Ludwig, der Friedfertige von der Pfalz. Heute ist sie ein stummer Zeitzeuge, hoch oben am Berg.
Wobei man den letzten Satz natürlich auch weglassen könnte, denn die Bilder zeigen ja die Lage der Burg....
Solche Formulierungen sind die künsterlische Freiheit des Autors - und ganz klar, jeder vermag da etwas anderes zu erzählen.
Wichtig finde ich halt das gerade trockene Informationen, egal wie interessant, unterhaltsam und kurzweilig rübergebracht werden. Wenn ich Größenangaben habe, warum nicht neben der reinen Zahlenangabe bspw. die Abmessungen in Länge, Breite oder Fläche eines Fußballfeldes vergleichen - oder Gewichte mit Kleinwagen oder Elefanten - oder Geschwindigkeiten mit vergleichbaren Werten anderer Transportmittel usw. - klar, da muss man ein kleinwenig recherchieren, aber mit etwas Witz in der Stimme lockert das eine Präsentation ganz gut auf....