Shotcut Dateigrößer 4x größer als bei Aufnahme mit OBS Studio

  • Hallo zusammen,

    ich bin noch ganz neu im Forum und möchte mich eben mal kurz vorstellen:

    Weil mich am Wochenende jemand auf Facebook fragte, ob ich ihm nicht ein kleines Video (Tutorial) zum Designen mit Affinity Designer machen könnte, bin ich nun irgendwie in Youtube "reingerutscht".

    Am Montag habe ich das Video erstellt und der einfachheitshalber in Youtube hochgeladen. Hab es dann in der Facebookgruppe, in der ich relativ aktiv bin geteilt und werde seitdem mit Feedback und Kommentaren erschlagen :) Bin derzeit bei 90 Abos, keine Ahnung wie gut oder schlecht das ist....

    So viel weiß ich über Videoerstellung bisher: 0,0. :) Ich kann gerade mal mit OBS Studio ein Video aufzeichen und mit Shotcut meine Huster rausschneiden. Das wars dann aber schon. Bis Montag Vormittag kannte ich keines der beiden Programme.


    Okay soviel mal zu mir, nun zu der Frage:

    Wenn ich in OBS Studio ein Video aufnehme, habe ich bei etwa 3 Minuten Video (FHD) ca. 10 MB an Videomaterial. Wenn ich dann in Shotcut das Video bearbeite (= ein paar Sekunden rauschneiden wegen oben genannten Husterern), und die Datei dann exportiere (mit dem vorhandenen Youtube Profil) kommt am Ende eine 45MB Datei raus. Ich glaube, da ist irgendwas falsch eingestellt. Kann mir jemand sagen, was ich machen muss? Habe schon unter Qualität von den Standard 55% auf 40% runter gestellt, dann ist die Datei aber immer noch 25MB groß = 2,5x größer als die Rohdatei.


    pasted-from-clipboard.png



    Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.

  • Hey,

    ich will Dir nicht zu nahe treten, das ganze ist etwas komplexer als Du Dir das vorstellst.

    Weil:

    • OBS kenne ich hauptsächlich als eine Streaming-Software. Diese Software ist standardmäßig so eingestellt das sie die Daten (Bildschirmscreens, Videos, Kamera(s), Ton...) möglichst kompakt zusammenfast und möglichst flüssig auf ein Streamingportal LIVE hochlädt. Bedeutet: ungenaue und hohe Komprimierung, kleine Dateigrößen. Diese Vorgaben sind oft auch für die Otion "Aufzeichnnung" hinterlegt.
    • Shotcut ist eine nonlineare Videoschnittsoftware die Dir als Endformat von hoher Qualität bis niedrige Qualität alles mögliche anbieten kann. Das ist auch gar kein Problem, denn wenn die Berechnung länger dauert stört das im Gegensatz zum Stream niemanden. Dauert halt mal länger zum berechnen.

    Es ist also eher so, das OBS Dir von vorne herein eine zu schlechte Qualität abspeichert und dadurch kleine Dateigrößen erzeugt (10 MB für 3 Minuten Material in FullHD ist extrem wenig). Und in der nonlinearen Videoschnittsoftware wie Shotcut kommt es sehr stark darauf an wie die Formatvorlagen für bestimmte Zwecke vom Hersteller ausgelegt wurden und was sich dieser dabei gedacht hat.

    Dazu kann in solch einer Vorlage alles mögliche an Codec drinn stecken. Da kennen sich andere hier sicher besser aus. Aber genau das kann dazu führen das dann plötzlich die bearbeitete Datei größer ist als die Ursprungsdatei obwohl sich Qualitativ nichts verbessert hat.


    Mein Tipp wäre also erst mal: Setz Dich mit den Einstellungen von OBS auseinander. In den Einstellungen kannst Du unter "Ausgabe" und in Deinem Fall "Aufnahme" einiges beeinflussen was die Qualität verbessert oder verschlechtert. Du kannst z.B. eine höhere Bitrate wählen, oder auch, und das ist wichtig: Die CPU-Auslastungsvoreinstellung! Ist diese zu niedrig (ultrafast), wird Dein Bild nur "Grob" berechnet, aber die CPU entlastet. Das Bild ist dann flüssig, aber Qualitativ nicht gut. Wenn Du dagegen hoch gehst auf "placebo" wird versucht Dein Bild möglichst exakt zu berechnen. Da geht dann Deine CPU-Last durch die Decke, das kann aber dazu führen das Dein Bild nicht mehr flüssig ist weil Deine CPU nicht mehr hinter her kommt mit Bilder hochwertig berechnen. Das kommt halt ganz auf den Rechenknecht an.

    Auch noch Wichtig: beim Punkt "Video" kannst Du noch die Framerate (Bilder pro Sekunde) einstellen.

    Zu den Einstellungen von OBS gibt es auch einige gute Videos auf Youtube, zumindest fürs Streaming habe ich da gutes Material gefunden.


    Ich würde also zuerst bei der Aufzeichnung mit OBS ansetzen und dann erst mit der Bearbeitung weiter machen. Zu Shotcut selbst kann ich Dir leider nix sagen da ich diese Software nicht einsetze.


    Grüßle,
    Steve

  • Hi,


    das Programm OBS Studio kenne ich leider nicht.


    Aber ich kann Dir versuchen zu erklären was die (wahrscheinliche) Ursache ist, denn das ist Grundlagenwissen.

    • Videoaufnahmen werden i.d.R. beim Speichern mehr oder wenig stark komprimierten, da sonst extrem große Dateien entstehen würden, die nicht vernünftig zu handhaben wäre.
    • Dafür gibt es unterschiedliche Verfahren - Codec - die unterschiedlich effizient sind.
    • Außerdem gibt es innerhalb der einzelnen Codecs auch noch unterschiedliche Einstellungen, die eine höhere, oder geringere Komprimierung erzeugen.
    • Wird nach der Bearbeitung also zum speichern ein anderer Codec, oder eine weniger hohe Komprimierung verwendet, kann die Datei dadurch größer werden.
    • Deshalb muss man immer berücksichtigen welches Quellmaterial (Aufnahme) vorliegt und welches Ziel (worüber erfolgt die Wiedergabe) erreicht werden soll - also in Deinem Fall die Vorgaben für den YouTube Upload.


    Deine Aufnahme wird also höchstwahrscheinlich

    • entweder in einem effizienteren Codec - z.B. H.265 - erfolgt sein (insbes. wenn es eine Aufnahme aus dem Smartphone ist);
    • oder mit einer höheren Komprimierung gespeichert (wenn es doch ebenfalls in H.264 aufgenommen ist).


    Als sehr gutes Werkzeug um an diese Dateiinformationen zu kommen, kann ich Dir das kostenlose Programm MediaInfo empfehlen.



    Dann musst Du die Einstellungen für den Export so wählen, dass sie einerseits den Vorgaben von YouTube entsprechen und auch noch eine gute "Qualität" ergeben. Das kann eben u.U. auch eine größere Datei erzeugen.



    Gruß

    Peter

  • Erst einmal willkommen hier im Forum. :)


    Ich hätte da gleich mal eine Gegenfrage:

    Abgesehen von den Ausführungen von MediaSteve zum Hintergrund des Größenunterschieds, verstehe ich das Problem an sich nicht so recht. Was soll's wenn die Datei für YouTube ein bisschen größer ist? (Gründe dafür sich ja erklärt worden) Speicherplatz ist billig und auf die paar Sekunden Differenz beim YouTube-Upload kommt es doch vermutlich nicht an,


    Oder ist die Frage von "akademischem Interesse"?

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
    ----------------------- Meine CGI-Tests auf YouTube. ------------------------

  • gurlt

    Vermutlich wurde OBS als Screen-Capture-Software eingesetzt. Es ging um ein Tutorial für ein Programm. Wenn nicht zusätzlich eine Webcam o.ä. zum Einsatz kam, dann handelt sich nicht um "herkömmliches" Videomaterial, sondern um mehr oder weniger statische Screen-shots mit gesprochenem Kommentar (sonst gäbe es ja keine Huster zu entfernen). ;)

    Greetings,
    ro_max


    Grüne Kommentare sind als Mod, der Rest als User geschrieben.
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  • Zu Einstellungen in OBS - die zumindest für Vegas Pro und Vegas Movie Studio sehr gut geeignet sind - gibt es hier eine Anleitung:
    https://www.vegascreativesoftw…l-with-vegas-pro--109925/

    Schöne Grüße, Walter

  • Vermutlich wurde OBS als Screen-Capture-Software eingesetzt.

    Ok, das erklärt natürlich vieles.

    Da ich das Programm nicht kenne, hatte ich nicht an Screen-Capture gedacht. Aber richtig, derartige Aufzeichnungen entsprechen natürlich nicht den Videonormen und können z.B. sehr geringe (variable) Bildraten enthalten. Das ergibt natürlich dann auch entsprechend kleinere Dateien.


    Gruß

    Peter

  • Hallo,

    Abgesehen von den Ausführungen von MediaSteve zum Hintergrund des Größenunterschieds, verstehe ich das Problem an sich nicht so recht. Was soll's wenn die Datei für YouTube ein bisschen größer ist? (Gründe dafür sich ja erklärt worden) Speicherplatz ist billig und auf die paar Sekunden Differenz beim YouTube-Upload kommt es doch vermutlich nicht an,

    sehe ich im Prinzip auch so, wobei ich da schnell wieder auf den von mir schon genannten Punkt zurück komme:

    Es ist also eher so, das OBS Dir von vorne herein eine zu schlechte Qualität abspeichert und dadurch kleine Dateigrößen erzeugt (10 MB für 3 Minuten Material in FullHD ist extrem wenig).

    Die Qualität dürfte am Anfang schon nicht stimmen, deshalb die geringe Dateigröße. Aus diesem Grund wäre es ratsam erst mal hochwertiger aufzuzeichnen um mehr Qualität zu erzeugen. Dann kann man nach dem bearbeiten immer noch die Datei komprimieren und dann würde vermutlich auch das Dateigrößenverhältnis zwischen Quelldatei und Zieldatei passen.

    Vermutlich wurde OBS als Screen-Capture-Software eingesetzt. Es ging um ein Tutorial für ein Programm. Wenn nicht zusätzlich eine Webcam o.ä. zum Einsatz kam, dann handelt sich nicht um "herkömmliches" Videomaterial, sondern um mehr oder weniger statische Screen-shots mit gesprochenem Kommentar

    Mit dieser Vermutung dürftest Du richtig liegen. Das kann man mit OBS machen. Aber man muss da echt auf die Systemlast im Taskmanager achten, die Systemlast welche in OBS angezeigt wird ist trügerisch! Die bezieht sich nur auf das was OBS "zieht". Unsere Erfahrungen beim streamen waren bisher das es irgenwann bei 40-50% Auslastung im Taskmanager anfängt zu "lecken". Sprich: Man bekommt ausgelassene Frames. =O

    Deshalb sollte man sich zwingend an ein gutes Maß an Qualität und Auslastung herantasten.

    Wie wichtig das zum Aufzeichnen eines eher statischen Tutorials mit ein wenig Mausbewegung ist kann ich nicht beurteilen. Aber ich würde schon versuchen mich an eine gewisse Qualität ran zu tasten. 8)


    Bin gespannt auf die Rückmeldung von "DerDa81" und welche Erfahrungen er nun mit dem Thema macht. :)


    Grüßle,
    Steve