Angepinnt Einsatz von AC3/5.1 in unseren Videos

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    • Kurz zu diesem - schon etwas älteren - Thema 5.1 / ac3:

      Wir haben mal im vergangenen Jahr Konzert-Aufnahmen im Kühlturm des stillgelegten (bzw. nie ans Netz gegangenen) Schnellen Brüters in Kalkar gemacht - mit 4 Mikros (2 Front - 2 Back).

      Das Ganze als ac3-File macht aufgrund der vielen Echos, die "von hinten kommen", schon Eindruck (mal abgesehen von den in diesem Fall manchmal lästigen Windgeräuschen....).

      Will damit nur sagen, dass es durchaus spezielle Gelegenheiten (insbesondere bei Konzerten an besonderen Orten) geben kann, bei denen es sich lohnt, gleich im Mehrspurverfahren die Surroundkanäle mit aufzunehmen.
      LG
      Bjørn

      Beiträge als Moderator in grün.
    • Interessant - nicht nur hier in diesem Forum - sondern selbst im Profibereich oft anzutreffen, ein mehr oder weniges fachkundiges Gefälle von absoluter Professionalität im filmischen künstlerisch ästhetischen Bereich bis hin zum 100% Technikdurchblick einer fürchterlich sich schnell ändernden Video-Aufzeichungstechnik -
      in Richtung Ton - der oft vernachlässigt wird und als Nebenprodukt der visuellen Information ein Schattendasein führen muss.

      Natürlich erklärt sich dies einmal aus der Technik selber, denn im Profibereich ist immer ein Tontechniker und ein Toning. mit am Set. Oftmals - wie auch schon hier plausibel beschrieben - ist der richtige dramurtugische O-Ton am Set kaum möglich und oft wird für die Syncronisation eben Atmo aus Konserven genommen, durchaus auch im Surroundformat.
      Als Amateur steht in der Regel ja nur das eingebaute Stereomikro zur Verfügung, der Windschutz ist laienhaft und wer die Aufnahmeautomatik nicht abschalten kann, hat eh schlechte Karten...

      Auf der anderen Seite haben wir nun durch die DVD immens kreative Möglichkeiten einer Surroundvertonung und damit ein Stilmittel den gesamten Film dramaturgisch aufzuwerten. Böse Zungen behaupten, einen schlecht geschnitten langweiligen Film kann man immer noch mit einem guten Ton retten. Wie intensiv Filmmusik oder Atmo richtig eingesetzt wirkt, davon kann sich jeder überzeugen, wenn man mal an einer beliebigen Stelle eines bekannten Kinofilmes ( 7 Jahre in Tibet...)
      den Ton wegdreht...
      Fazit: Der Ton und die Vertonung gewinnt zunehmend einen höheren Stellenwert in einer Videoproduktion. Das muss natürlich nicht schon die Köngisklasse Surround sein, selbst eine Sprachmoderation von einem Profisprecher ( oder Halbprofi...) läßt einen Amatuerfilm schon in einem ganz anderem Licht erscheinen.
      Aber genau an dieser Stelle wird es zunehmend schwierig. Während für den Videoschnitt ein Schlafzimmer, ein Pentium 4, eine überschaubare und relativ kostengünstige Videotechnik einsetzbar ist, kostet ein Profi-Sprechermikrofon allein soviel wie eine DV-CAM, benötigt man eine Sprecherkabine, ein Mischpult, 5.1 Abhöre mit der man auch unter Studiobedingungen abhören kann und natürlich die bereits in anderen Postings beschriebenen Hard- und Softwaremässigen Aufrüstungen.
      Natürlich bietet VEGAS hier eine mannigfaltige Spielwiese der Surroundproduktionsplattform an, nur muss dann auch die Pherepherie vorhanden sein. Das fängt mit einer Profisoundkarte an, die auch eine digitale mehrkanalige InOut - Funktion hat, wie zum Beispiel die RME-Digi 96, externe Audio-Wandler und eine entsprechende Routingmöglichkeit. Es endet irgendwann mit der Nachfrage an surroundfähiger Hintergrundmusik. In unserem Berufsverband findet im November in Leipzig eine Tagung statt ( Tonmeistagung ) die ein Haupthema hat:
      "Audio meets Video" . Ein Beweis, dass dieses Thema im Profibereich aktuell diskutiert wird. Vieles hier in diesem Forum geht ja schon fast in den Profibereich, und von daher ist die Parallelität dieses Themenansatzes eigentlich eine logische Entwicklung.
      ( zur Erläuterung: Ich bin Tonmeister habe ein eigenes Surroundstudio arbeite aber zunehmend im Bereich Videokonzertmitschnitt oder Musikdokumentation in Form von Videojournalismus - Schwerpunkt Musikaufnahmen. Eine meiner Surroundorchesteraufnahmen war der Soundtrack zum Kinohit ANATOMIE 1, den wir in den Bauerstudios Ludwigsburg 2001 produziert haben. )
      Dabei ist es bei mir umgekehrt... Optimale Tonausrüstung und bescheidene Videoschnittmöglichkeiten (grins)... Dennoch auch hier der Beweis, dass VEGAS absolut professionell einsetzbar ist, wenn man das Medium DV und dem etwas begrenzten Farbraum ( DV-Kompression ) akzeptiert.
      Zur SurroundBalance gibt es hier - genau wie mit der Bildachse im Film - einige Grundsatzdinge, die ich gerne hier mal anspreche und aus meiner Praxis aufzeigen darf.
      Kommentar und Sprachdialog: Nur Center - oder man will zeitliche Effekte, wie Stimme aus dem Off ( nicht im Bild )
      Musik: kommt drauf an... wenn als Backround zum Kommentar und als Stilmittel zum Bild, dann in der Regel Vorne L und R, mit Kinoeffekt dann etwas verzögert ( 20ms ) mit gefilterten Höhen und etwas Hall in die Rearlautsprecher. Atmo: Natürlich Surround - aber es muss auch Surround aufgenommen werden. In der Regel mit 4-Spur Festplattenrecorder und einem Kreuz von 4 Mikrofonen ( ITU-Kreuz )

      Es geht auch sehr preiswert. Man kann 4 Electretmikrofone oder 2 Stereomikrofone auf Alu - oder Karbonstäben montieren und benutzt ( wenn man es hat ) die vier Audioeingänge seines Camcorders. ( zwar in der Regel nur 32Khz Samplefreqeunz ) aber für Atmo sollte das reichen.
      Das ganze Ding läßt sich auch auf die Cam montieren. ist natürlcih auch sehr auffällig... Damit durch eine Fußgängerpassage marschiert oder Strassenmusik aufgenommen ist absolut realistisch...

      Richtige komplexe Surroundmsichungen mische ich speperat auf einem großen Surroundtonmischpult vor und lege dann die 5 Masteringspuren in Vegas an, wobei der LFE-Lautsprecher nicht nur als Effektkanal dient, sondern auch als Musikinformationen des Sub-basses.

      Beste Grüsse
      Holger
    • Holger,

      willkommen hier im Forum. Ich gebe dir da völlig recht, dass Audiio in en meisten Videos eine eher unterbelichtetete Seite der Produktion ist. Gründe dafür - wie das mangelnde und teure Equipment - hast du ja schon selbst aufgezählt.

      Vielleicht kannst ja gerade du als Proif auf diesem Gebiet hier etwas von deinem Wissen einbringen - das ist in jedem Fall willkommen.
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Original von THS
      Man kann 4 Electretmikrofone oder 2 Stereomikrofone auf Alu - oder Karbonstäben montieren und benutzt ( wenn man es hat ) die vier Audioeingänge seines Camcorders. ( zwar in der Regel nur 32Khz Samplefreqeunz ) aber für Atmo sollte das reichen.
      Das ganze Ding läßt sich auch auf die Cam montieren. ist natürlcih auch sehr auffällig... Damit durch eine Fußgängerpassage marschiert oder Strassenmusik aufgenommen ist absolut realistisch...


      Sehr interessante Idee! Gibt es Empfehlungen zum Abstand der vier Mikros zueinander? (Ich gehe davon aus, dass die Anordnung im 90-Gradwinkel erfolgt, reichen bezüglich des Abstands auf jeder"Achse" schon 15 cm?
      LG
      Bjørn

      Beiträge als Moderator in grün.
    • Hallo Wolfgang,
      das kann ich gerne machen. So ganz neu bin ich auch nicht. Irgenwann mal bei Stefan Uchrin gelandet und gestaunt... dann im Vegas Forum und irgendwann aus den Augen verloren...

      Ist doch nett, ihr habt Ahnung vom Film - ich vom Ton...

      Obwohl das, Wolfgang - hier eigentlich nicht hinpaßt - wie bekomme ich bei Vegas ein optimales Einzelbild. Clipboard ist klar und "safe to file" auch, logo - aber es läßt sich nur als Jpeg Speichern und hat nicht die volle Auflösung... Muss man dann erst die Vorschau auf "best qualität" einstellen ? Eiegentlich müsste ein Standbild ca. 1MB haben. Hats aber nicht...

      Die Wurzeln von Vegas kamen ja vom Ton - also in dem Programm ist jede Menge Spielwiese auch für Ton. Wer die Arbeitsweise von anderen Audioprogrammen gewöhnt ist, hat natürlich dann auch in Vegas immense Vorteile. In der Regel ist dies natürlich nicht der Fall.

      Generell mach ich es jedoch so, dass alle Effekte wie Hall, EQ, Limiter, und was weiss ich, vor der Filmmischung in externen Programmen bearbeitet werden und diese Tonspuren dann in 48Khz gewandelt werden. Sehr gut für ein einfaches externes Audioprogramm ist WaveLAB - da ja meistens nur einzelne oder Stereospuren für den Film benötigt werden. Dann konvertiere ich ALLE Spuren, auch den O-Ton von der Cam, der oftmals in 32Khz ist - in 48Khz -
      48Khz ist nun mal die "Muss-Samplefrequenz" für die DVD-Video und wenn Vegas auch von der Soundkarte her richtig auf 48Khz gesynct ist, verschwendet man geringeste Performance für den Ton und hat Reverse für den Echtzeitbildschnitt. Das heißt, eine umfangreiche Tonmontage in Vegas - ( ich arbeite fast nur mit der Faderautomation, das ist genial an dem Programm...) belastet den Workflow von Vegas kaum, wenn keine wilden Effekte oder Sampleumrechnungen erfolgen müssen...
      Ein ganz kleiner Tipp am Anfang: Gilt auch sicher für den Film:
      Weniger ist mehr... und man sollte auch beim Ton ( wenn man kreativ arbeiten möchte ) auf ein "Konzept" achten. Ihr wißt alle was "Anschlussfehler" im Bildschnitt sind. Das gleiche gibt es im Ton auch, oder es sind halt Elementardinge wie Plop-Geräusche und zuviel Bass in der Moderation, Mikrorauschen oder Computerschnarren im Hintergrund, wenn moderiert wird...

      Also ruhig fragen, oder mir eine Privatmail senden. Kein Thema...
      In meinem Profil ist meine Homepage, da kann man auch allerhand grundsätzliches über Ton erfahren.

      Bezüglich des Surroundkreuzes:

      Im Profibereich sind es etwa ca. 40cm und es nennt sich "Theile-Kreuz". Kann man Googeln...
      Findige haben auch Teleskopantennen benutzt ( vom Kofferradio, die wo immer abbrechen...) Abstände von ca. 20cm sind gut, wenn die Kapseln dann ein wenig nach aussen gedreht werden, so ca.30 Grad.

      Der Abstand des vorderen Kapselpaares ( Links und Rechts ) zu den Hinteren ( Rear L und Rear R ) auch etwa 20cm. Ist zwar dann ein kleines Kreuz, aber durch die Nieren ( Richtcharakteristik ) erreicht man eine gute Trennung und damit "Raumgefühl) Da im Center später die Moderation erfolgt sind diese 4 Kanäle ideal für ATMO.

      Probleme macht der Wind... Gerade bei den preiswerten Electrets...
      Schaumstoffaufsätze bringen nicht viel. Kennt ihr den Trick mit dem Heftpflaster ? Einfach drüber kleben - wie bei einer Wunde und das normale Schaumstoffhütchen drüber... damit es nicht so "krank" aussieht. Funktioniert sehr gut. Electretkapseln kann man auch als Bausätze kaufen, mit 1,5V Batteriespeisung. Ist wohl bekannt....

      Grüsse an das Board. Tolles Forum

      Holger
    • Das Bild in Vegas läßt sich auch als png speichern - vorher die Vorschau auf volle Bildqualität stellen, und dann die Speicherung wie bei jpg vornehmen (aber halt auf png umstellen).
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Holger, es gibt auch diverse Scripte, die den Einzelbildexport aus Vegas heraus erleichtern. Der größte Vorteil dieser Scripte ist, dass sie für die Zeit des Exportes die Vorschaueinstellungen automatisch auf den für den Export optimalen Wert umstellen.
      Eines dieser Scripte liegt Vegas schon bei. Es heißt "Render Image Sequence". Ist somit zwar für ganze Bildsequenzen gedacht, aber die Sequenzauswahl ist ja durch die In- und Out-Region definierbar und somit kann damit auch ein einzelnes Frame exportiert werden.

      Bezüglich des Tones würde ich dich tatsächlich gerne mal privat per Mail kontaktieren.
    • Danke für die Infos, sauberes Standbild sehr schön und die Scriptsache ist sehr interessant.
      Betreffs privater mail, Marko kein problem... falls ich überhaupt helfen kann.