Polarisationsfilter

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    • Wenn man einen Polfilter draufhat sollte man dann den Weissabgleich mit dem Filter drauf neu machen oder eine der Standard Einstellungen nehmen, also Tageslicht oder entsprechend? Ich habe immer das Problem beim Reisen, dass ich kein weisses Stück Papier, das dann auch noch gross genug ist, bei mir habe.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Silizium ()

    • Original von Hans-Jürgen
      1) In der Fotografie ist ein Polfilter in vielen Fällen durchaus sinnvoll.

      2) Besonders die Hobbyfotografen nutzen diese Filme, Profis wollten dagegen lieber natürlichere Farben und nutzen gerne den Kodacrome 25.
      .


      1) Ich habe viel früher angefangen zu fotografieren als zu filmen... vielleicht hat mich das ein wenig "verdorben"...

      2) das sehe ich anders: GERADE das professionelle Fotografieren hat mich ganz eindeutig verdorben betreffend Polfilter. Es kommt darauf an, von welchen Profis Du sprichst...

      Ich habe AUSSCHLIESSLICH Fotos (und Videos) für Werbung gemacht - und Porträts. Und in beiden Fällen bevorzugte der Kunde eben das "Plakative", wie Du es treffend nennst.

      Das hat mich sicherlich so stark beeinflusst, dass ich den Einsatz von Polfiltern "lockerer" sehe, als der Durchschnitt... "zu locker" also für den Durchschnitt...


      Was mich sicherlich auch "verdirbt" bzw. beeinflusst, ist die Unterwasser-Videographie.

      Die Leute schauen sich "Planet Erde" an und glauben SO sieht es unterwasser aus.

      Dazu muss man sagen:

      - JA, aus realistischer Sicht
      - NEIN aus Sicht des natürlichen Sehens

      Und das sind zwei Paar Schuhe.

      Der Taucher sieht die Unterwasserwelt so:

      [IMG:http://www.foxnews.com/images/365967/0_61_080416_bikini_corals.jpg]

      Schön, aber ab wenigen Metern schon etwas blaustichig und farblos... ab 20-30m ist dann farblich gar nichts mehr los.

      Mit Lampe (künstliche Hilfe) kommen dann aber die EIGENTLICHEN Farben zum Vorschein, die auch den Reiz des Riffs ausmachen. Sowohl betreffend Korallen als auch Fische und andere Tiere:

      [IMG:https://www.hawaiibounty.com/images/seahorse_yellow.jpg]

      so kann der Taucher ohne Lampe das Seepferdchen nicht sehen.

      Oder man setzt starke Rotfilter ein:

      [IMG:http://www.sedgwickmuseum.org/wenlock/dive/present/images/reef.jpg]

      denn ohne Rotfilter würde das Bild wieder wie das erste Bild aussehen...

      Hier Screenshots, welche ich 2006 (damals mit einer Sony TRV900) ins Internet gestellt habe von Bildern mit sehr schwachem Rotfilter (wenn der Dugong an der Wasseroberfläche ist und ich von oben filme ( 6. Bild), wirkt deshalb seine Haut leicht rosa... was man in Post korrigieren muss/sollte).

      Weiter unten sieht man Vergleichsbilder MIT Lampe und OHNE Lampe.

      LINK zu meinen Framegrabs

      Vielleicht wird dann klar (auch mir selber), warum ich nichts dagegen habe, wenn man die ursprünglichen, natürlichen Farben durch Filter wieder zurückholt. (die Tauchlampe ist übrigens nichts anderes als ein extrem starker Gelb-/Rotfilter!)

      Würde ich die Filter, den Weissabgleich, die Tauchlampe (nur bei den Makroaufnahmen und nachts) weglassen, würden die Leute die Unterwasservideos nicht mögen.

      Bei "Planet Erde" werden all diese Tricks auch angewandt. Niemand würde die Unterwasseraufnahmen von "Planet Erde" so sehen wollen, wie sie der Taucher ohne Hilfmittel sieht.

      Ja, die Werbeaufträge und das Unterwasserfilmen haben mich in dieser Richtung verdorben, wie ich anhand der Diskussion hier einsehen muss... Ich zeige Farben so, wie sie in der Natur sind und nicht so, wie sie unser Auge sieht. Da kommt in mir halt der realistische Wissenschaftler durch... ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von cici ()

    • Original von cici
      Ich zeige Farben so, wie sie in der Natur sind und nicht so, wie sie unser Auge sieht. Da kommt in mir halt der realistische Wissenschaftler durch... ;)


      Bist du dir da sicher, das da der realistische Wissenschaftler durchkommt?

      So wie ich dich einschätze brauche ich dir, so denke ich, nicht über das Sehen von Farben (oder eben nicht Farben, sondern reflektierten Licht) erklären, du wirst es wissen.
      Du wirst auch wissen, dass verschiedene Menschen Farben auch unterschiedlich sehen. (Was machen nur all die farbenblinden?)
      Wie kannst du also sagen, wie Farben in der Natur wirklich aussehen? Das hat, so glaube ich, noch kleiner geschafft.

      Alles was man sagen kann ist doch, was einem besser gefällt und dazu zählt auch ob plakativ oder natürlicher.

      Und wenn du die UW-Filmerei heranziehst, dann kann man das einfach nicht vergleichen, weil sich diese in einem Bereich abspielt, für den das menschliche Auge eigentlich nicht ausgelegt ist.
      Gruß

      Hans-Jürgen
    • Ich zeige Farben so, wie sie in der Natur sind und nicht so, wie sie unser Auge sieht.


      Einspruch, Euer Ehren!

      Das Beispiel mit den Unterwasseraufnahmen ist zwar sehr gut und treffend, doch sehen die Dinge unter Wasser ja tatächlich nicht sonderlich farbenfroh aus ohne Kustlicht. Alles, was der tauchende Filmer da macht, ist doch nichts anderes als eine Art "Weißabgleich", hier eben mit seinem warmen Licht.

      Was beseitigt denn das Polfilter in Wirklichkeit? Es lässt bis auf eine Ebene die Lichtwellen nicht (oder nur vermindert) durch. Dieses von einem Objekt abgestrahlte Licht (das seine Farbe und sein Aussehen bestimmt) ist Bestandteil der "natürlichen" Betrachtung. Wenn das Sonnenlicht auf einen Gegenstand scheint, dann werden Lichwellen in allen Schwingungsebenen reflektiert - eine Art Wellensalat also. Und was macht das Polfilter? Es selektiert nur ein schmales Band aus diesem Wellensalat heraus und sperrt den Rest. So sieht also der Gegenstand in der Realität nie aus, weder subjektiv noch objektiv. Das wäre gerade so, als würde man von einem klassischen Konzert nur die Höhenlagen durchlassen und alle Bässe sperren. Diese "reinen Farben" gibt es eben in der Natur nicht oder kaum.

      Das, was Du über die Motivfarben sagst, trifft sicherlich innerhalb einer bestimmten professionellen Linie zu - dass man aber diese auf die gesamte Fotografie und Filmerei überträgt, halte ich nicht für zulässig. Sonst würde jeder, aber auch wirklich jeder Spielfilm wie ein Werbefilm aussehen, mit prallen Farben und hohem Kontrast. Dass dem nicht so ist, wissen wir jedoch auch.
    • Ok, mal eine Frage: was bitte ist die Wirklichkeit? Und wenn, sprechen wir von meiner oder deiner oder seiner?
      :teufel: :D :teufel:

      (duck und weg)
      Lieben Gruß,
      Wolfgang

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      Der Rest ist meine Privatmeinung
    • Original von Hans-Jürgen


      1) Bist du dir da sicher, das da der realistische Wissenschaftler durchkommt?


      2) Und wenn du die UW-Filmerei heranziehst, dann kann man das einfach nicht vergleichen, weil sich diese in einem Bereich abspielt, für den das menschliche Auge eigentlich nicht ausgelegt ist.


      1) yep! - "realistisch" im Sinne des wissenschaftlichen Realismus.

      Farben sind physikalisch eindeutig messbar durch ihre Wellenlänge. Wenn ein Blatt durch Chlorophyll eine gewisses Grün in einer GANZ BESTIMMTEN Wellenlänge hat, dann bleibt diese unveränderlich bei einer konstanten Lichtquelle (z.B. Sonne bei EINEM bestimmten Wetter und EINER bestimmten Uhrzeit).

      Die Farbe ist dann also physikalisch EINDEUTIG - z.B. "Grün 888". Dieses "Grün 888" verändert sich aber, wenn viel Störungen zwischen dem Grün und unserem Auge sind. Durch die Störungen sieht unser Auge das Grün 888 wie ein Grün 614, was natürlich etwas ganz anderes ist und NICHT das, was von der Pflanze ausgeht. Darum sagte ich ja, dass möglichst wenig Atmosphäre zwischen Auge und Gegenstand sein muss um diese Art von Störung reduzieren zu können.

      Im Wasser wird das dann GANZ deutlich:

      Wasser ist genauso Materie wie Luft, nur ist es bei Wasser noch viel wichtiger, dass das Licht so bald wie möglich auf ein Objekt trifft und so wenig wie möglich Wasser vorher dazwischen ist und auch nachher, wenn das Licht vom Objekt reflektiert wieder in unser Auge kommt. Darum sind erstens Objekte unter Wasser generell farbreicher, je näher sie an der Wasseroberfläche sind und zweitens, je näher WIR an diesen Objekten sind. Eine "blau"-wirkende Gorgonie kann rötlich werden, wenn wir ganz nahe daran sind und knallrot, wenn dazu noch das Licht einen kurzen Weg hat (z.B. nahe an der Wasseroberfläche oder im sträflichen Fall ausserhalb des Wassers).

      Die Gorgonie ist also ROT und wir sehen dieses eine Rot in allen Varianten zwischen Rot (mit Lampe beim Nachttauchgang) bis blau (aus 10m Entfernung).

      Der wissenschaftliche Realismus bedeutet, dass die Gorgonie als ROTES Tier bezeichnet wird und nicht als blaues Tier.

      Somit bin ich Realist, wenn ich die Goronie nicht durch einen grünen Filter farbverfälsche, sondern blau lasse (so wie es der Mensch aus 10m Entfernung sieht) oder sie so filme, dass sie rot ist (wie sie von Natur aus ist) indem ich sie nahe der Wasseroberfläce filme (wo es kaum Gorgonien gibt) oder mit Lampe oder Rotfilter etc. . Das Resultat entspricht der Natur, weil das Wasser mir die Rotanteile "wegnimmt", welche ich nachher wieder dazu tue.

      Mit dem Polfilter bringe ich die Farben der Pflanzen überwasser wieder zurück, welche mir durch Spielgelungen und unpolarisiertes Licht abhanden gekommen sind.

      2) aber die Luft schuckt genauso Licht wie das Wasser... nur in einer anderen Dimension... darum hat die Sonne scheinbar andere Farben bei Sonnenauf- und untergang. Das ist eine Illusion durch die Luft die dazwischen ist, welche Licht wegfiltert. Eine schöne Illusion natürlich im Gegensatz zu den weggefilterten Farben unterwasser.


      Eine Frage:

      hättest Du lieber die Unterwasserbilder von "Planet Erde" so, wie sie die Taucher ohne Hilfmittel sehen? - Also blaustichiger, farbloser (siehe erstes Unterwasserbild oben)

      Möglicherweise denke ich auch so, weil ich die Natur betreffend Farben so dokumentieren möchte, wie sie ist und nicht so, wie sie unser Auge sieht.

      So liebe ich auch mikroskopische Bilder oder (jetzt wird's interessant: ) Falschfarbenbilder aus dem Weltall, welche uns zeigen, wie Monde aufgebaut sind (je nach Material nimmt die Kamera durch Filter eine andere Farbe auch - das menschliche Auge sieht nur einen momochromen Haufen Dreck...).

      Da liegt vermutlich der Hase im Pfeffer: wenn ich auch Falschfarbenbilder akzeptiere, welche ja nun wirklich nichts mit dem menschlichen Sehen zu tun haben, aber die Natur des Materials zeigen, dann bin ich zu 100% auf der wissenschaftlichen Seite, welche die Materie so sehen will, wie sie aufgebaut ist und nicht so, wie sie unserem Auge/Hirn den Anschein macht, aufgebaut zu sein...

      Interessant, dass ich durch solche Diskussionen auch mehr über mich selber lerne :) ... Was physikalisch ROT ist, möchte ich auf dem Video ROT sehen, es sei denn ich filme eine Illusion, die ich als Illusion haben möchte - z.B. eben der Sonnenuntergang oder die nordischen Lichter.
    • Sagte doch Einstein schon so treffend: Ist doch alles relativ. :D

      Die absolute Wahrheit ist, dass es keine absolute Wahrheit gibt... :yes:

      Und was ist Farbe? Eine elektromagnetische Welle in einem betimmten Frequenzbereich, damit wir sie eben sehen können?

      sei denn ich filme eine Illusion, die ich als Illusion haben möchte - z.B. eben der Sonnenuntergang oder die nordischen Lichter.


      Nein, das ist eben in meinen Augen keine Illusion - das ist Wirklichkeit.
    • Original von wolfgang
      Ok, mal eine Frage: was bitte ist die Wirklichkeit?


      Du wirst es mir nicht glauben, aber darüber schreibe ich gerade eine Arbeit :)

      Man muss unterscheiden zwischen Wirklichkeit, Wahrheit, Wissen, Glauben, wissenschaftlichen Beweisen, Objektivität, Subjektivität etc.

      Der Mensch - auch der Wissenschaftler - wird natürlich immer in der Subjektivität und dem "Glauben zu wissen" gefangen bleiben.

      Vor Kopernikus wurde bewiesen, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Wissenschaftlich war das damals absolut haltbar und berechenbar.

      Nach Kopernikus kommt was anderes raus....

      Man nennt das "Paradigmenwechsel" - will heissen: man muss ALLES alte auf einmal über Bord werfen, weil man es plötzlich besser "weiss".

      "Wissen" ist aber immer zeitlich begrenzt. Was wir heute wissen, wissen wir morgen besser und widerlegen es.

      Selbst wenn ich sage, dass man Farben messen kann und auch die chemische Struktur von Farben genau kennt (ich habe auch schon im Labor chemisch Pigmente hergestellt), sind zumindest die MESSINSTRUMENTE der Wissenschaft morgen veraltet:

      seit es das Kilogramm und den Meter gibt, werden sie korrigiert: der Urmeter muss auch korrigiert werden... man kann heute genauer denn je berechnen, wie lange ein Meter sein muss und wie schwer ein kg wirklich ist... aber morgen werden wir es NOCH genauer wissen.

      Im letzten Jahr hat ein Physiker mit einem Gerät die Gravitation ausser Kraft setzen können. Das hat man bisher für unmöglich gehalten... und er kann es zwar reproduzieren (Reproduzierbarkeit ist eine Regel der Schul-Wissenschaft), aber NUR SEIN TEAM UND SEIN GERÄT können es reproduzieren.... vielleicht findet man im nächsten Jahr ein Fehler im Gerät und auch wenn Objekte darin schweben wird man vielleicht beweisen können, dass er das Unmögliche doch nicht geschafft hat... falls doch, müssten viele Lehren revidiert werden.

      Die "Wirklichkeit" muss erst mal definiert werden. Aber wenn Du dafür die allgemeine Definition nimmst - oder auch einen Mix daraus, dann kommst Du immer darauf, dass es etwas ist, was der Mensch niemals in seinem Leben wird greifen / begreifen können. Er kommt immer nur zu einem Abbild, welches schon selektiv und gefiltert ist.

      Wenn Du aber sagst, dass es der Zustand ist, der eben wissenschaftlich erfassbar ist - ohne die Tücken der menschlichen Sinne - also messbar mit Instrumenten etc. - dann betrügst Du Dich selber, weil die Instrumente wie gesagt IMMER fehlbar und in der Unendlichkeit ungenau sind. Es wird immer ein Instrument geben, welches genauer ist, folglich ist Resultat A des Instrumentes X fehlerhaft und somit falsch. Gleichzeitig sind aber alle Instrumente aus Menschenhand und das ist schon mal fatal... ;)

      Wenn ich filmen will, wie die natürlichen Farben sind, dann will ich filmen, wie der Mensch sie bei idealen Bedingungen sieht. Damit sind Korallen bunt und nicht blaustichig monochrom. Und das belasse ich alles limitiert auf das Farbspektrum des menschlichen Sehens. Und ich akzeptiere die Erweiterung wie z.B. die Kameras, welche filmen, wie Bienen sehen... damit haben monochrome gelbe Blüten plötzlich ein violettes Muster mit gelbem Hintergrund... Und solange der Zuschauer weiss, dass dies nicht ist, was ER sieht, sondern was z.B. die Biene sieht (theoretisch... ;) ), finde ich es absolut interessant und es nimmt mir wieder mal einen Schleier mehr vor den Augen weg, den ich als Mensch nun mal habe... ohne Polfilter und ohne Infrarotkamera.
    • Original von Wenzi

      Nein, das ist eben in meinen Augen keine Illusion - das ist Wirklichkeit.


      mit Betonung auf "in meinen Augen"....

      Für mich ist das nur ein sprachliches Spiel:

      - "Wirklichkeit" ist nach meiner Interpretation (nicht nach Deiner) ungreifbar für den Menschen
      - ein Sonnenuntergang suggeriert (in meinen Augen) ein ROT am Himmel, wo das Sonnenlicht selber aber weiss ist und die Atmosphäre farblos....

      Ein echtes Rot würde (in meinen Augen) aus roten Pigmenten bestehe.

      Auch bei den Schmetterlingen, bei deren Flügel die Farben aus transparenten farblosen Schuppen, welche nur das Rot zurückwerfen handelt es sich eigentlich um eine Illusion. Das sind physikalisch gesehen schon keine echte Farben mehr beim Schmetterling... darum können seine roten Schüppchen auch aus gleicher Sichtdistanz plötzlich violett erscheinen... Pigmente hingegen behalten ihre Farbe.

      Der Sonnenuntergang gaukelt Dir vor, die Sonne sei dunkelrot (tief über dem Horizont), in Wirklichkeit ist sie weiss, solange keine Materie dazwischen ist. Sobald Materie dazwischen ist (z.B. Atmosphäre) kommt es zur Illusion... mal etwas weisslicher, mal etwas goldiger, mal eben rot...

      Und Gorgonien sind eben auch immer rot unter weissem Licht (und weiss gilt physikalisch eben als neutral, weil ja alle Lichtfarben darin enthalten sind - die Gorgonie "entscheidet" also selber, was sie zurückwirft).

      Somit ist die Gorgonie für das menschliche Auge ALLES, aber immer ausgehend von ROT. Denn ROT ist das Minimum, weil die Gorgonie nun mal die restlichen Wellenlängen gnadenlos verschluckt und chemisch verwertet also kann man sie auch nicht zurückholen - so wie Chlorophyll tatsächlich das UV-Licht chemisch verwertet und einen Teil davon nicht zurückgeben wird. Den wird man mit keiner Kamera sehen können, weil daraus u.a. Zellulose gebaut wird. Der Teil ist also definitiv WEG, aber alles andere können wir sehen und dabei ist eben das Grün des Chlorophyll oder das Rot einer Gorgonie die Ausgangsfarbe und darum semantisch gesehen die "natürliche" Farbe, die oft verborgen bleibt, es sei denn man greift zu Polfilter oder unterwasser eben zur Taucherlampe und Co...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von cici ()

    • Original von Wenzi


      Ist wirklich ein interessantes Thema, das wir hier haben. Es ist erstaunlich, zu was ein Polfilter alles anregt.


      Ja, ich bin Euch ganz ehrlich dankbar, denn wie schon gesagt, lerne ich so eine Menge über mich selber und auch wie andere Menschen über diese Themen denken.

      Unter "Fachidioten" kommt es schon gar nicht zu solch interessanten Diskussionen. Höchstens unter Wissenschaftstheoretikern und mit denen befasse ich mich für die erwähnte Arbeit natürlich auch.

      Wissenschaftstheorie kommt eben mit all den Fragen:

      - wozu Wissenschaft? - Macht der Mensch wirklich Fortschritte?
      - WIE arbeitet man wissenschaftlich und warum ist das wissenschaftlicher als andere Methoden?
      - warum ist Astrologie eine Parawissenschaft? - Ab wann ist jemand ein Scharlatan? - Wie bestimmt man das und warum genau so?
    • Original von cici
      Die Farbe ist dann also physikalisch EINDEUTIG - z.B. "Grün 888".


      Damit hast du völlig recht, aber es ist auch so, das dieses Grün nicht von allen Menschen als das gleiche Grüne gesehen wird, unabhängig davon wie viel Atmosphäre oder sonstiges dazwischen ist. Das meinte ich damit. Jedes Auge interpretiert die Farbe etwas anders.
      Daher also auch meine Frage wie du festlegen willst, was eine natürliche Farbe ist?
      Ich habe mal einen Bericht gelesen, in dem es darum ging, das einem von Geburt an blinden Mann das Sehen durch neue Techniken wieder ermöglicht wurde. Dieser Mann hatte absolute Probleme, Farben und Formen zu erkennen und zu verarbeiten, weil sein Gehirn das nicht gelernt hatte.
      Es ist also scheinbar nicht einfach so, dass wir etwas sehen, erkennen und somit auch zuordnen können, sondern das Zuordnen muss erst erlernt werden. Und das macht scheinbar jedes Gehirn etwas anders, in Abhängigkeit von dem Gelernten.
      Gruß

      Hans-Jürgen
    • "Wirklichkeit" ist nach meiner Interpretation (nicht nach Deiner) ungreifbar für den Menschen


      Darüber habe ich auch schon reichlich nachgedacht. Das ist ein sehr aufregendes, wenngleich auch komplexes Thema. Je tiefer man hier einsteigt, umso weniger greifbares kommt dabei heraus. So mancher ist darüber vermutlich schon wahnsinnig geworden. Es ist ja im Prinzip nichts so, wie wir es sehen, hören, riechen oder empfinden. Wärme wird z.B. von unseren Nerven und dem Gehirn umgesetzt in Schmerz (Hitzegefühl). Auf nichts kann man sich eigentlich verlassen, dass es so ist, wie man es meint zu kennen. Löst bei Dir das Grün einen ähnlichen Effekt aus als bei mir oder siehst Du das Grün so wie ich das Rot? Uns wurde halt gesagt, das ist jetzt Grün und damit "wissen" wir zukünftig, wie das eben auszusehen hat.

      Bevor ich mich nun im All verliere, werde ich jetzt mal in meine Kiste steigen und gegen Heimat driften. Schönen Abend noch! :beer:
    • Original von Hans-Jürgen

      1) Ich habe mal einen Bericht gelesen, in dem es darum ging, das einem von Geburt an blinden Mann das Sehen durch neue Techniken wieder ermöglicht wurde.

      2) Und das macht scheinbar jedes Gehirn etwas anders


      1) Habe ich auch gelesen! Absolut faszinierend... das hatte ich mich schon immer gefragt, weil Blinde ja sagen, sie können sich Farben vorstellen...

      2) korrekt. Nur:

      DEIN Gehirn wird es immer gleich machen - mit der Zeit wird es sich verändern, aber so langsam dass Du es nicht merkst. So verzerren sich auch Erinnerungen.

      Zeitgleich sind aber zwei fotografische Aufnahmen, die beide den selben Messwert einer Farbe ergeben FÜR DICH beide gleich und FÜR MICH beide gleich... das heisst nicht, dass Du siehst, was ich sehe, aber dass Du auf Fotografie A die gleiche Farbe wie auf Fotografie B siehst (weil messbar gleich) und auch ich auf A dasselbe sehe wie auf B. Dein Hirn wird es mit Deinem persönlichen Sinneseindruck versehen (wie ein Filter oder Stempel) und mein Hirn mit meine.

      So gesehen sind Referenzen und Vergleiche absolut legitim und wissenschaftlich haltbar (obwohl Wissenschaft eben immer auch angezweifelt werden darf). Es spielt keine Rolle ob mein ROT Deinem BLAU entspricht... solange wir das Gleiche damit meinen (und wir zeigen es ja anhand von Beispielen...).

      Unterwasseraufnahmen ohne Korrektur sind für ALLE Menschen blau... ob sie es nun grau nennen oder bläulich oder grünlich.... und sie sind für alle Menschen BUNT mit den geannten Hilfen - egal, was sie unter "bunt" genau verstehen...

      Und nun folge ich dem Beispiel von Wenzi: Zeit zum Anstossen auf diese interessante Diskussion! :beer:
    • Original von Wenzi
      1) Je tiefer man hier einsteigt, umso weniger greifbares kommt dabei heraus.

      2) So mancher ist darüber vermutlich schon wahnsinnig geworden. Es ist ja im Prinzip nichts so, wie wir es sehen, hören, riechen oder empfinden. Wärme wird z.B. von unseren Nerven und dem Gehirn umgesetzt in Schmerz (Hitzegefühl). Auf nichts kann man sich eigentlich verlassen,


      1) sehr schöne Erkenntnis!

      2) Drogen, Schlafentzug und Co. zeigen ja, dass man auch Dinge hören, spüren, sehen kann, die gar nicht da sind... Also auch Sinneseindrücke müssen nicht mal verzerrt sein, sie können auch VÖLLIG FREI ERFUNDEN sein vom Hirn!

      Darum funktioniert auch Hypnose gegen Schmerzen, darum glaubt man, man würde sich an scharfem Essen verbrennen, darum glauben Leute neben starken Elektromagneten Geister zu sehen (künstlich hervorgerufene Halluzinationen) und a propos: darum hören Leute auch verständliche Sätze aus Tonbandaufnahmen von künstlichem Rauschen heraus - bloss weil ihr Unterbewusstsein sie täuscht und sie sich einreden, sie würden Verstorbene oder Geister etc. hören...

      Auf unsere Sinne ist nie Verlass... und auch wissenschaftliche Instrumente helfen da nur teilweise... sie sind einfach ein "Betrug" den wir uns viel später eingestehen und der uns wenigstens Dinge erlaubt, die wir ohne sie nicht machen könnten.

      Prosit! :beer:
    • Ich habe auf einem Auge einen leichten Farbstich, da ich aber auf dem Auge auch etwas schlechter sehe, fällt das im normalen Leben nicht auf. Nur wenn ich das andere Auge zuhalte sehe ich plötzlich alles mit einem leichten Farbstich.
      Welches meiner Augen sieht denn nun die natürlichen Farben?

      Aber du hast recht, Zeit zum :beer:
      Gruß

      Hans-Jürgen
    • Hallo Jungs,
      können wir technisch etwas beim Thema bleiben und uns weniger in subjektive Spekulationen verwickeln? Ich meine ob jetzt ein Farbraum mit Polfilter gefällt oder nicht ist ja völlig subjektiv. Ich habe mich jetzt für den Einsatz von Polfilter entschieden und möchte eigentlich grundsätzlich darüber nicht diskutieren. Aber über die praktischen Erfahrungen, Tips und Kniffs oder was man vermeiden sollte, Polfilter und Weissabgleich, Einfallwinkel, Intensität der Einstellung usw. das wäre intressant. Aber das leere Gefasel über vergleichende Studien von Gehirnen usw, ich weiss nicht recht... :gruebel:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Silizium ()

    • Original von Silizium
      Aber das leere Gefasel über vergleichende Studien von Gehirnen usw, ich weiss nicht recht... :gruebel:


      Tja, dann willkommen im Videotreffpunkt! - So geht es hier halt öfters zu und das ist ein Grund, warum ich hier bin... ;)

      Wenn Du reine Theorie willst, dann kann Dir Kollege Wikipedia helfen oder aber die Praxis, die man Dir hier schon empfohlen hat, welche für DICH immer noch am besten zugeschnitten ist, als irgendwelches leeres Gefasel hier... :beer: