"Das Filmen von Sequenzen: Filmen wie das Auge sieht"

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    • "Das Filmen von Sequenzen: Filmen wie das Auge sieht"

      Eine gute Erklärung und Zusammenfassung beim BDFA: "Das Filmen von Sequenzen: Filmen wie das Auge sieht".

      Darauf wird eingegangen:
      • Wie das Auge sieht und wie man dies auf das Filmen überträgt.
      • Wie man die dritte Dimension in einem zweidimensionalen Film erzeugt.
      • In Sequenzen Filmen und sehen und dann Übergang zur:
      • "5-Shot-Regel"


      5-Shot-Regel aus dem BDFA-Artikel:
      • "1. WAS geschieht? --> Detail: Hände
      • 2. WER macht das? --> Nah/Groß: Gesicht
      • 3. WIE geschieht das? --> ½-Nah: Über die Schulter
      • 4. WO spielt sich das ab? --> Totale/½-Totale: Überblick
      • 5. WOW! Überraschendes --> Creative shot" (bzgl. Inhalt oder Kameraposition)"
      Das Ganze wird dann noch anhand von zwei Filmbeispielen umgesetzt.

      Beste Grüße, Uli
    • Sorry,

      ich sage dazu bewusst herabwürdigend:

      Typisch Filmclub- und BDFA.

      Es fängt schon damit an, dass sich die Erklärung auf das menschliche Auge bezieht ... wie zwar in manchen Hobbybüchern geschrieben, aber nicht wirklich richtig.


      Richtig wäre es, die menschliche Wahrnehmung als die Basis heranzuziehen.
      Die funktioniert nämlich deutlich vielfältiger als die physikalische Wirkungsweise des Auges.

      Um dies zu verinnerlichen fehlt den Filmclub-Autoren allermeist jedoch die nötige vielfältige und praktische Erfahrung.

      Daher z.B. auch die zu knapp greifende Erklärung, das Auge könne ja nicht zoomen.
      Es stimmt, das Auge kann nicht zoomen, die Wahrnehmung kann aber durchaus zoomen, indem sich die Wahrnehmung des Menschen auf etwas konzentriert, dadurch das umliegende in der Wahrnehmung reduziert, fast ausblendet ... und damit in der Wahrnehmung das zentral bedeutende Element vergrößert wird.
      Und das obwohl das Auge die ganze Zeit gleich bleibt.

      Dadurch ist auch die Aussage, ein "Zoom-In" seit einem Herantreten gleichzusetzen oder einer "simulierten Kamerafahrt" schlichtweg falsch.
      Das hatten wir ja vor kurzem erst ausführlicher aufgezeit.

      Ein Zoom-In entspricht der Konzentration des Betrachters auf etwas, eine Verdichtung des Inhalts, ohne dem Objekt näher zu kommen und ist damit eben genau NICHT mit einer simulierten Kamerafahrt gleichzusetzen sondern komplett anders in der Wirkung.


      Den Artikel kann man zwar gerne mal durchlesen, man sollte ihn aber keinesfalls als das Maß der Dinge ansehen.
      Es ist eben nur "Filmclub-Gewäsch".

      Viele Grüße
      Peter
    • Wenn man weniger herablassend und einer ich-weiß-eh-schon-alles-besser-Haltung herangeht, dann sieht man, dass der Artikel Fehlstellen benennt, die bei den meisten Amateurfilmen zu sehen sind.

      Es fehlt an einer Bildfolge, die einer Filmidee entspringt. Wir machen oft ein schönes Bild, das muss genügen. Wer nur das schöne Bild sucht, braucht auch keine 5-Shoot-Sequenz, denn darin müsste man ja was inhaltliches zeigen.

      Dass Kamerafahrt und Zoom fast gleichgestellt werden, ist ein Fehler. Die kritische Haltung zum Zoom finde ich berechtigt. In vielen Amateurfilmen wird gezoomt, weil man es kann. Der Einsatz von Schärfentiefe wird, aus Unwissen oder Faulheit, bei Amateuren kaum eingesetzt. Änderung der Kameraperspektive wird im Extremfall durch Abfahren einer Postkarte ersetzt. usw.

      Wenn ich unsere Amateurfilme bei Youtube oder Vimeo anschaue, dann fehlt oft alles, was in dem Artikel angesprochen wird. Etwas weniger Überheblichkeit wäre für das eigene Schaffen hilfreich.

      Beste Grüße, Uli
    • Ich gebe hier eine gewisse Überheblichkeit durchaus zu.

      Der Artikel jedoch wiederholt blos Sachen, die ohnehin schon an jeder Ecke geschrieben werden - und wiederholt dabei eben auch die falschen Sachen die ihren Ursprung bei irgendwelchen "ich habe mir vorgestern eine Kamera gekauft und heute weiß ich schon alles weil ich bin seit gestern in einem Filmclub" Schlaules haben.

      Ja, ich stehe mit Leuten auf Kriegsfuß, die stolz darauf sind, vom Bundesverband veräppelt zu werden ... und dafür teilweise noch Geld bezahlen.

      Was in den Filmclubs verzapft wird geht oftmals auf keine Kuhhaut ...

      Deswegen sehe ich solche Artikel sehr kritisch, sie transportieren das Image des "muss ja richtig sein, ist ja von einem Filmclub" und leiten die Leute damit oftmals in eine falsche Richtung.

      Das Ergebnis ist genau das von Rod beschriebene ... Es wird Wert auf das Bild gelegt und den einzelnen Aspekt, aber nicht auf die Wirkung insgesamt.
      Auch der Artikel geht nur auf das "was kann man machen" ein, erklärt physikalische Wirkungen des einzelnen Effekts, lässt aber die Wirkung über längere Strecken des Films, die Wirkung in der Wahrnehmung, die Stützung der Geschichte oder auch das Entgegenwirken durch unbeachtete Wechselwirkungen außer acht.


      Das Aufzählen der 5-shot Regel findet man an jeder Ecke und in jedem Forum.
      Praktische Tipps, wie man sie in der Realität umsetzt, wann und wie man davon abweicht um andere Wirkungen zu erreichen ... das fehlt jedoch.
      Die Erklärung geht nicht über die Mühe eines "Copy And Paste" irgendeines Google-Artikel hinaus.


      Die Möglichkeit der Nutzung der Schärfentiefe wird zwar angesprochen ... diese Möglichkeit kennt aber mittlerweile jeder.
      Es wird aber nicht erklärt, was man damit aussagt, wann und wie man sie einsetzt, und vor allem wann man sie besser nicht einsetzt.
      Das Ergenbnis zeigt sich wiederum in den Amateurfilmen auf Youtube und Vimeo.
      Jeder meint unbedingt und überall größtmögliche Unschärfe einzusetzen ... ohne über Sinn und Wirkung Bescheid zu wissen.
      Was dadurch entseht sind massenhaft unscharfe, aussagelose Aufnahmen, ohne Sinn und Verstand, nur weil es in einem Filmclub-Artikel geschrieben wurde, dass man es machen kann.
      Und damit einhergehend der "Schrei" der Amateure nach unbedingt nur noch Vollformatsensoren, weil man nur damit ja sooooo schöne Unschärfen machen kann. :cursing:

      Den Begriff "Filmsprache" als Begriff für die Terminologie der Filmemacher zu verwenden zeigt wie wenig Praxiskenntnis vorhanden sind ... und bringt wieder falsches in die Köpfe des Lesers.
      Zwar nicht geschrieben aber wahrscheinlich verwenden die Leute sogar den Begriff "Filmografie" als filmisches Pendant zum Begriff "Fotografie" ... :) :) :)


      Der Artikel wird am Ergebnis der Amateurfilme bei Youtube und Vimeo nicht viel ändern, denn er zählt nur auf ... er regt zum Auswendiglernen an, hilft aber nicht beim Verstehen und Verinnerlichen.

      Das Geschriebene ist schon tausende Mal rauf und runter gebetet worden - erreicht hat es bei den Amateurfilmern nichts, denn es konzentriert sich auf die falschen Ansätze.

      Ja, ich erlaube mir die Überhelblichkeit bewusst, denn ich erlaube mir auch meine Kritik zu begründen ... mit teils scharfen Tönen.

      Viele Grüße
      Peter
    • PeterC schrieb:

      Was in den Filmclubs verzapft wird geht oftmals auf keine Kuhhaut ...
      Kann ich nicht beurteilen. Deine Reaktion sieht eher nach persönlichem Frust ob dieser kompletten Szene aus, was einer eigenen Diskussion eher (nicht) wert wäre. Und nebenbei, da sind auch zwei Beispielfilme drin.

      Beste Grüße, Uli
    • Als Analogie zu Zoomen oder Kamerafahrt könnte man auch sehen:
      Schärfentiefe und Komposition mit Maske und Blur inklusive weichem Übergang

      Bei den abgehackten Miniaturfigurfilmen wird ja gerne so gearbeitet, um Realaufnahmen als Stopmotion wirken zu lassen.
    • Die 5shot Regel lässt sich ja nur ausführen wenn eine Aktion wiederholt wird sowie in den zwei Beispielen. In der Realität findet die Aktion aber meistens nur einmal statt und die wenigsten haben 5 Kameras dabei.
    • Ich kann mich mit der 5 in dieser Regel überhaupt nicht anfreunden.
      Es gibt 5 Möglichkeiten, das ist ja richtig.
      Aber warum soll ich immer alle fünf anwenden?
      Das erschließt sich mir überhaupt nicht.
      Im Gegenteil, ich fände es langweilig immer alle Szenen aus fünf Perspektiven anschauen zu müssen.
      Gruß

      Hans-Jürgen
    • Die 5-Shot-Regel ist ein Vorschlag, wie man mit fünf Einstellungen / shots eine Szene baut. Das ist eine Struktur, an der man sich orientieren kann, um die Szene nicht nur aus einer Perspektive abzufilmen, was meist langweilig ist.

      Der amerikanische Fernsehproduzent Michael Rosenblum hat sie für die Journalistenausbildung der BBC entwickelt.

      Einige Beispiele aus denen klar wird, wie und wozu diese Methode gut ist (Natürlich nur für die Mitglieder, die Details der Shots gerade vergessen haben, wie ich z. B. :) :
      Wenn Ihr euch die Bildabfolgen und Erklärungen anschaut, dann müssten die Grundfragen über den Einsatz der 5-Shot-Regel beantwortet sein.

      Beste Grüße, Uli
    • Rod schrieb:


      • "1. WAS geschieht? --> Detail: Hände
      • 2. WER macht das? --> Nah/Groß: Gesicht
      • 3. WIE geschieht das? --> ½-Nah: Über die Schulter
      • 4. WO spielt sich das ab? --> Totale/½-Totale: Überblick
      • 5. WOW! Überraschendes --> Creative shot" (bzgl. Inhalt oder Kameraposition)"

      Hier werden die Five-Shots verwendet um die W-Fragen abzubilden. Ob das der beste Weg ist weiß ich nicht, denn viele "W" lassen sich nicht mit einem "Shot" beantworten.

      Besser ist das Modell welches die Five-Shot-Regel als Umsetzung verschiedener Einstellungsgrößen und Kameraperspektiven erklärt.

      3POINT schrieb:

      Die 5shot Regel lässt sich ja nur ausführen wenn eine Aktion wiederholt wird sowie in den zwei Beispielen. In der Realität findet die Aktion aber meistens nur einmal statt und die wenigsten haben 5 Kameras dabei.
      Nicht zwingend. Es gibt genügend Aufnahmen wo man diese Regel durchaus und problemlos auch alleine hinbekommt - ohne fünf Kameras. Das zu den Five-Shots immer fünf Kameras benötigt werden bzw. Aktionen fünf Mal wiederholt werden müssen hört man öfters - es geht aber auch anders, allerdings muss man da relativ schnell sein....

      Hans-Jürgen schrieb:

      Ich kann mich mit der 5 in dieser Regel überhaupt nicht anfreunden.
      Es gibt 5 Möglichkeiten, das ist ja richtig.
      Aber warum soll ich immer alle fünf anwenden?
      Das erschließt sich mir überhaupt nicht.
      Im Gegenteil, ich fände es langweilig immer alle Szenen aus fünf Perspektiven anschauen zu müssen.
      Nein, es müssen nicht immer fünf Perspektiven sein - aber wenn man diese fünf Perspektiven beim Dreh "eingesammelt" hat stehen einem viele Möflichkeiten in der Nachbearbeitung offen um einen lebendigen Handlungsablauf darzustellen, ggf. auch handlungen kürzen zu können usw.

      Ian schrieb:

      Soweit ich es verstanden habe geht es bei der five shot Methode um die Schnittmöglichkeiten.
      So ist es. Wenn ich von einer Handlung / einem Motiv diese fünf Einstellungsgrößen habe kann ich im Schnitt variieren ;) !
      Als Moderator verfasste Beiträge durch grüne Schrift erkennbar
    • Diese 5 W.. sind gang und gebe in den Filmgrundlagen. Auch zu lesen in: Lehrbuch der Filmgestaltung von Perre Kandorfer und in seinem zweiten Buch: Geheimnisse der Filmgestaltung.
      Ich bin froh, dass diese Themen für neue Videofilmer wieder aufgegriffen wird. In der Anfangsphase war über die Filmgestaltung auch sehr viel in Video Aktiv zu lesen die sich leider zu einer techniklastigen Zeitschrift entwickelt hat.
    • Ich filme in sich abgeschlossenen sinnvoll struktuierten Sequenzen, wenn ich "on the road" bin, schon immer. seit der Schmalfimzeit.
      Einzelne Videoszenen von der Location X oder Y kommen bei mir nicht vor!

      Literatur vorhanden, z.B.:

      - Die Videoschnittschule, Axel Rogge Galileo Verlag
      - Videoeffekte, Axel Rogge Rheinwerk Verlag
      Beste Grüsse;
      Pana FZ-300/Sony RX100 - ThiEYE T5 EDGE/Sony Xperia Z2 mit eGimbal
    • mucki schrieb:

      Diese 5 W.. sind gang und gebe in den Filmgrundlagen. Auch zu lesen in: Lehrbuch der Filmgestaltung von Perre Kandorfer und in seinem zweiten Buch: Geheimnisse der Filmgestaltung.
      Ich bin froh, dass diese Themen für neue Videofilmer wieder aufgegriffen wird. In der Anfangsphase war über die Filmgestaltung auch sehr viel in Video Aktiv zu lesen die sich leider zu einer techniklastigen Zeitschrift entwickelt hat.
      UPS: Das zweite Buch stammt von Arnold Heinrich Müller. Beide erschienen bei Schiele & Schön